HANNOVER - Der Kriminologe Christian Pfeiffer bezeichnet Hafturlaub grundsätzlich als wichtig für eine erfolgreiche Resozialisierung von Straftätern. „Wir haben untersucht, was für die Rückfallvermeidung wichtig ist“, sagte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Dabei habe sich gezeigt, dass eine Entlassungsvorbereitung am meisten dazu beitrage.
Die derzeit in der Diskussion stehende Überlegung von zehn Bundesländern, zu lebenslanger Haft Verurteilten einen Langzeitausgang bereits nach fünf Jahren und nicht erst nach zehn Jahren zu gewähren, beurteilte Pfeiffer allerdings skeptisch. So etwas gehe nur nach sorgfältiger Abwägung im Einzelfall, erklärte der Kriminologe.
Linken-Fraktionschef Hans-Henning Adler (Oldenburg) warf Justizminister Bernd Busemann (CDU) in der Debatte „Populismus“ und „Irreführung“ vor. In Niedersachsen liege die Sperrfrist bereits bei acht Jahren.
