HANNOVER - Die Polizei in Niedersachsen soll künftig enger mit privaten Sicherheitsunternehmen zusammenarbeiten. Innenminister Uwe Schünemann (CDU) vereinbarte mit dem Landesverband Niedersachsen der Deutschen Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) einen ständigen Austausch von Informationen und gegenseitige Unterstützung. Geplant sei die Zusammenarbeit ausschließlich mit hoch qualifizierten Firmen, sagte Schünemann am Freitag bei der Vertragsunterzeichnung in Hannover.

„Es geht nicht darum, Aufgaben der Polizei zu übertragen“, betonte der Minister. Die Polizei bleibe für die Strafverfolgung zuständig. Das geschulte Auge ausgebildeter Sicherheitsleute könne jedoch die Polizeiarbeit beschleunigen. In Niedersachsen hat die Branche rund 330 Unternehmen mit gut 11 500 Mitarbeitern.

Es gehe auch um eine Abgrenzung gegenüber den „schwarzen Schafen“ der Branche, sagte BDWS-Chef Harald Olschok. Die privaten Sicherheitsunternehmen seien ein wichtiger Bestandteil der Sicherheit in Deutschland. Die Polizeigewerkschaft GdP kritisierte die Vereinbarung scharf und warf Schünemann vor, den „Ausverkauf der Polizei“ einzuleiten. Der Vertrag sei überflüssig, erklärte GdP-Landeschef Bernhard Witthaut. „Privatdienste dürfen nicht Polizei spielen“, sagte SPD-Fraktionsvize Johanne Modder (Bunde).