HANNOVER - Gorleben- Gegner fürchten, dass es keine ergebnisoffene Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll geben wird. Der Verein Rechtshilfe Gorleben wirft Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vor, mit Hilfe der Atomlobby im Wendland Fakten zu schaffen. Auch die Landtags-Opposition kritisierte das Suchverfahren.

„Alles läuft gezielt und direkt weiter auf Gorleben zu“, sagte Asta von Oppen von der Rechtshilfe am Donnerstag in Hannover. Sie forderte Röttgen auf, die „Vorläufige Sicherheitsanalyse Gorleben“ (VSG) abzubrechen. Durch die Analyse würden mit enormem Aufwand Genehmigungsgrundlagen für Gorleben erarbeitet, kritisierte der Geologe Jürgen Kreusch. Die beteiligten Wissenschaftler hätten sich bereits im Vorfeld auf den Salzstock festgelegt. „Die VSG belastet die weitere Standortsuche“, sagte Kreusch. „Es wird nicht der bessere geologische Standort gesucht, sondern der genehmigungsfähige“, betonte Vereinsanwalt Nikolaus Piontek. „Die Gleise Richtung Gorleben werden gelegt, Hindernisse beiseitegeschoben.“

Die Analyse soll eine Prognose abgeben, ob und unter welchen Umständen ein sicheres Endlager in Gorleben möglich wäre. Bei dem Standortauswahlgesetz, über das Bund und Länder verhandeln, sollen aber auch alternative Standorte unter die Lupe genommen werden. Die vorläufige Sicherheitsanalyse soll Ende des Jahres fertig sein.

„Das ist kein Endlagersuchgesetz, sondern ein Gorleben-Rechtfertigungsgesetz“, sagte Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel. Eine ergebnisoffene Suche sei nicht erkennbar. Auch SPD und Linke fordern, Gorleben aus dem Verfahren auszuschließen. „Röttgen will mit seiner Sicherheitsanalyse bis zum Jahresende Fakten schaffen“, so der Linken-Politiker Kurt Herzog.