Hannover - Die von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigten Vergünstigungen für Familien sind nach Ansicht von niedersächsischen Politikern kein Vorbild für das norddeutsche Bundesland. Söder hatte ein halbes Jahr vor der bayerischen Landtagswahl angekündigt, dass Eltern ein- und zweijähriger Kinder künftig ein Familiengeld von 250 Euro pro Monat und Kind bekommen sollen, ab dem dritten Kind sogar 300 Euro – zusätzlich zum Kindergeld des Bundes.

Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) hat keine Furcht, dass deswegen Familien mit Kindern von Niedersachsen nach Bayern ziehen. Er verweist darauf, dass hierzulande ab August die Kitas kostenlos für Eltern werden sollen. Nach Ansicht von FDP und Grünen kann sich Niedersachsen ein Sozialpaket nach bayerischem Vorbild ohnehin nicht leisten. Für die SPD-Finanzexpertin Frauke Heiligenstadt sind Söders Versprechen „populistische Wahlgeschenke“. Wesentlich sinnvoller sei es, das Geld in Einrichtungen für Kinderbetreuung zu investieren.