HANNOVER - Die SPD erhöht beim geplanten Umbruch das Tempo. Nachdem an der Parteispitze alles geklärt scheint, soll auch die Landtagsfraktion so schnell wie möglich ein neues Gesicht erhalten. Die SPD beschloss bei ihrer Fraktionsklausur in Lüneburg, die Wahl des Fraktionsvorstandes von August auf Juni vorzuziehen. Der scheidende Fraktionschef Wolfgang Jüttner nannte die Verschiebung des Termins „sinnvoll“. Der neu gewählte Fraktionsvorsitzende könne die parlamentarische Sommerpause für Bereisungen im Land nutzen.

Aus der Fraktion hieß es allerdings auch, dass mit der Verlegung Streit über Personalien vermieden werden soll. So könnte das neue SPD-Tandem bereits Mitte Juni in Amt und Würden sein: Olaf Lies (Sande) als Parteichef, Stefan Schostok als Fraktionschef. Darauf haben sich beide geeinigt. Und es sieht so aus, als würde die Fraktion diesen Kompromiss zwischen den mächtigen Bezirken Hannover, Weser-Ems und Braunschweig akzeptieren.

Wie es heißt, wollen Lies und Schostok in den kommenden Wochen mit allen Abgeordneten sprechen. Dabei dürfte es um die Spitzenpositionen gehen. Die Tage von Parlamentsgeschäftsführer Heiner Bartling, Ex-Minister wie Jüttner, scheinen gezählt. Als Nachfolger wird Fraktionsvize Detlef Tanke gehandelt. Damit hätte auch Braunschweig einen wichtigen Posten. Wie es heißt, will Hannover aber möglicherweise die Schulexpertin Frauke Heiligenstadt durchsetzen.

Auch die künftige Rolle von Lies in der Fraktion ist noch offen. Er wird sicher in der ersten Reihe neben Schostok sitzen. Will er allerdings Fraktionsvize werden, muss er wohl die Bezirkschefin von Weser-Ems, Johanne Modder (Bunde), verdrängen.