HANNOVER - HANNOVER/LEER/DRU/LNI - Für ein Forschungsprojekt im Landkreis Leer sind möglicherweise weit mehr Krähen getötet worden, als bisher bekannt gegeben wurde. Das hat Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) gestern im Landtag eingeräumt. Die Abgeordnete Meta Janssen-Kucz (Grüne) hatte von bis zu 10 000 getöteten Vögeln gesprochen. „Die Zahlen könnten richtig sein, das sind aber Spekulationen“, sagte Ehlen. Bislang seien 5600 Tötungen dokumentiert, der erste Teil der Studie sei aber noch nicht abschließend ausgewertet.
Mit der auf drei Jahre angelegten Studie unter der Regie des Instituts für Wildtierkunde der Tierärztlichen Hochschule in Hannover soll untersucht werden, ob sich die Bestände von Wiesenvögeln erholen, wenn massenhaft Krähen getötet werden. Die Vögel werden in Fallen lebend gefangen und dann erschlagen. Im März endete die erste Phase der Studie, die das Landwirtschaftsministerium mit 64 000 Euro unterstützt. Naturschützer und der Tierschutzbund hatten das Projekt als unwissenschaftlich kritisiert und die Tötungen als „sinnlos“ bezeichnet.
