Hannover/Syke/Goldenstedt/Delmenhorst - Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann hat zum Auftakt ihrer zweitägigen Sommerreise am Mittwoch das Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz in Syke (Kreis Diepholz) besucht. Zentrales Thema im Gespräch mit Einrichtungsleiterin Gaby Letzing war der Mangel an Fachkräften im pflegerischen Bereich. Laut Letzing liegt das Problem aktuell nicht etwa am fehlenden Interesse an pflegerischen Berufen, sondern es gebe schlicht nicht genügend Ausbildungsplätze.

Die Ministerin sicherte zu, gemeinsam mit dem Kultusministerium Gespräche mit den 20 Pflegeschulen im Land zu führen, „um zu gucken, wie wir die Zahl der Pflege-Ausbildungsplätze in Niedersachsen steigern können“. Darüber hinaus sprach sich die Sozialdemokratin für eine bessere Bezahlung von Beschäftigten in der häuslichen Pflege aus. Es könne nicht sein, dass Pflegerinnen und Pfleger in Krankenhäusern deutlich mehr verdienen würden als in der ambulanten Pflege, in der die Kollegen häufig auf sich allein gestellt seien und ein noch höheres Maß an Verantwortung trügen.

Ihre Tour setzte Reimann am frühen Abend mit einem Besuch in der Senioren-Wohngemeinschaft Goldenstedt-Ellenstedt (Landkreis Vechta) fort. In zwei Wohngemeinschaften leben jeweils elf ältere Menschen, die so in ihrer vertrauten Wohnumgebung verbleiben und je nach Bedarf ambulante Dienstleistungen dazubuchen können. Im Garten der Wohngemeinschaft werden auch Tiere gehalten.

An diesem Donnerstag besucht die Ministerin in Delmenhorst das Nordwestdeutsche Museum für Industriekultur sowie ein Sozialprojekt im Delmenhorster Brennpunktviertel Wollepark, begleitet den Start eines Telemedizin-Projekts und lässt sich schließlich in Oldenburg beim Amt für Zuwanderung und Integration eine Initiative mit Modellcharakter erläutern.