HANNOVER -

Redaktion Hannover

HANNOVER - Politik paradox: Nach der ersten Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Transrapid-Unglück musste sich die Opposition schwere Vorwürfe der Regierung gefallen lassen. Die schwarz-gelbe Koalition attestierte SPD und Grünen eine dilettantische Vorbereitung der Ausschussarbeit. Die Beweisanträge der Opposition seien dürftig gewesen und hätten nicht einmal formalen Ansprüchen genügt, erklärte die Ausschuss-Mitglieder Hermann Dinkla (CDU) und Jörg Bode (FDP). Es sei zweifelhaft, ob die Oppositionsfraktionen tatsächlich an einer schnellen und umfassenden Aufklärung interessiert seien.

SPD und Grüne reagierten empört. „Alles war sorgfältig vorbereitet“, sagte SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner dieser Zeitung. Es gehe nicht um einen Wettlauf, wer die meisten Beweisanträge vorlege, hieß es bei der SPD. Die Grünen drehten den Spieß um und deuteten die 16 Beweisanträge der Koalition als Versuch, möglichst viel zu verheimlichen und das Tempo der Aufklärung zu drosseln. Der geplante Besuch der Teststrecke im Januar sei von den Regierungsfraktionen gekippt worden, kritisierte der Grünen-Verkehrsexperte Enno Hagenah.

Die elf Mitglieder wählten den Göttinger CDU-Landtagsabgeordneten Harald Noack zum Vorsitzenden. Als Noacks Stellvertreter wird der SPD-Abgeordnete Axel Plaue fungieren. Der Ausschuss will Anfang Januar mit der Vernehmung von Zeugen beginnen.

Nach Ansicht der Opposition war das Sicherheitskonzept der Transrapid-Versuchsanlage bei Lathen lückenhaft. Im September war auf der Teststrecke ein Magnetschwebezug auf einen Werkstattwagen geprallt. Dabei kamen 23 Menschen ums Leben.