HANNOVER - Der Bahnchef und der bayerische Verkehrsminister wurden als Zeugen geladen. Bayern hatte ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Von Marco Seng,

Redaktion Hannover

HANNOVER - Die prominentesten Zeugen des Untersuchungausschusses waren sich einig: Ein Transrapid-Unglück wie im Emsland kann auf der geplanten Magnetbahn-Strecke in München nicht passieren. „In München werden keine Fahrzeuge fahren können, die nicht innerhalb des Sicherheitssystems sind“, versicherte Bahnchef Hartmut Mehdorn am Donnerstag im Landtag. „Wartungsarbeiten sind nur bei Stilllegung der Strecke möglich“, erklärte Bayerns Verkehrsminister Erwin Huber (CSU) wenig später.

Bei dem Unglück im vergangenen September war ein Transrapid auf der Teststrecke in Lathen auf einen stehenden Wartungswagen geprallt. 23 Menschen starben. In München soll eine Magnetschwebebahn den Flughafen mit dem Hauptbahnhof der bayerischen Landeshauptstadt verbinden.

Mehdorn und Huber wurden bei ihren Auftritten von zahlreichen Kamerateams und Fotografen umlagert. „Ich habe keinen Sichtkontakt“, monierte Ausschusschef Harald Noack (CDU) jeweils, als er beide über ihre Rechte aufklärte. Dafür bekamen die Ausschussmitglieder dann einiges zu hören. In seiner hemdsärmeligen Art bügelte Mehdorn so manchen Abgeordneten ab. „Ich verstehe ihre Frage nicht“, oder: „Ich weiß nicht, wo sie hin wollen“, lauteten häufig seine Antworten.

Auch Huber, für den eigens eine des Bayerischen mächtige Stenografin engagiert worden war, machte kurzen Prozess. „Als Mitglied der bayerischen Landesregierung bin ich gewohnt, dass die Opposition sehr oft fragt, bis die Erkenntnis sich setzt“, ließ er Grünen-Obmann Enno Hagenah abblitzen.

Bayern hatte nach dem Unglück im Emsland ein Gutachten in Auftrag gegeben, um mögliche Konsequenzen für die geplante Münchner Strecke zu untersuchen. Nach einem Zwischenbericht sind laut Huber „allenfalls kleinere Änderungen“ am Sicherheitskonzept notwendig. Das Projekt in München kostet etwa 1,85 Milliarden Euro. Beteiligt sind Bund und Land, die Finanzierung ist ungelöst. „An der Sicherheit wird nie gespart. Sicherheit ist das, wofür wir Tag und Nacht da sind“, betonte Mehdorn.

Die SPD sieht Niedersachsens Verkehrsminister Walter Hirche (FDP) durch Mehdorn und Huber widerlegt. Hirche habe stets abgestritten, dass mit dem Münchner Sicherheitskonzept der Unfall im Emsland nicht passiert wäre, so SPD-Obmann Gerd Will.