Hannover - Niedersachsen will an den aktuellen Einschränkungen für Trauerfeiern und Bestattungen festhalten. Sozialministerin Carola Reimann (SPD) verteidigte am Freitag in Hannover die geltenden Regelungen angesichts der Corona-Pandemie. „Die Beschränkungen sind eine der härtesten Maßnahmen, die das Land veranlasst hat – das fühle ich nach“, sagte die Ministerin. Dennoch seien sie weiterhin nötig, um Ansteckungsrisiken zu minimieren. Die Trauernden gehörten aufgrund ihres Alters in der Regel zur Hochrisikogruppe.
Die CDU in Niedersachsen hatte zuvor die geltenden Regeln kritisiert. Es müsse Lockerungen geben, sagte Dirk Toepffer, CDU-Fraktionschef im niedersächsischen Landtag, der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“: „Was passiert mit uns als Gesellschaft, wenn wir Gartencenter und Baumärkte quasi für systemrelevant halten und sie öffnen, gleichzeitig aber Menschen verweigern, sich von verstorbenen Angehörigen im üblichen würdevollen Rahmen zu verabschieden?“ Im Sinne der Humanität müsse Abhilfe geschaffen werden. Toepffer forderte ausdrücklich, Kapellen sollten wieder geöffnet sein dürfen.
Zu den Auflagen für Bestattungen und Trauerfeiern zählt die Schließung von Friedhofskapellen und die Verlegung von Trauerfeiern im engsten Familienkreis nach draußen.
Laut Thorsten Bullerdiek, Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, gilt es bei Bestattungen in Corona-Zeiten sorgsam zwischen den Bedürfnissen der Trauernden und dem gebotenen Gesundheitsschutz abzuwägen. „Entscheidend ist, dass Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden, entsprechend hängt die Anzahl der zulässigen Personen auch von den örtlichen Gegebenheiten auf den Friedhöfen ab.“
Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover gibt detailliertere Empfehlungen. Demnach sollen Trauerfeiern zur Bestattung ausschließlich im Freien abgehalten werden. Der zulässige Personenkreis sei ebenfalls auf die engsten Angehörigen zu begrenzen. Laut Landeskirche sind das „etwa zehn Personen“, Mitarbeitende eines Bestattungsinstituts nicht eingerechnet. Urnenbestattungen sollten den Empfehlungen zufolge verschoben werden.
