HANNOVER - Die Lehrer in Niedersachsen machen ernst. Mit einer Großdemonstration in Hannover wollen sie die umstrittene Überstundenregelung wieder kippen. An der Kundgebung am 8. Mai wollen sich auch die Gymnasial-Lehrer beteiligen. An diesem Tag ist eine Anhörung zur geplanten Neuregelung der Arbeitszeitkonten geplant.

Der Philologenverband drängt darauf, den Lehrern die seit zehn Jahren unentgeltlich geleisteten Überstunden zurückzugeben. Der zum Flächenbrand ausgeweitete Protest gegen den eklatanten Vertrauensbruch der Landesregierung könne „nur durch eine vollständige Annullierung des Kabinettsbeschlusses gelöscht werden“, sagte Verbandschef Guillermo Spreckels. Er begrüßte die Entscheidung des FDP-Landesparteitages, die ursprünglichen Zusagen an die Lehrkräfte einzuhalten. Nur das Bekenntnis zum bisherigen Rechtszustand ohne Wenn und Aber schaffe die Grundlage für neue Gespräche zwischen Kultusministerium und Lehrerorganisationen, erklärte Spreckels.

Auch die Lehrergewerkschaft GEW forderte Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) zur ernsthaften Verhandlungen auf. Die Vorbereitungen für die Demonstration am 8. Mai liefen auf Hochtouren, hieß es. Der Verband der Realschullehrer sprach von einer schwer zu behebenden Vertrauenskrise zwischen dem Land und den Lehrkräften. „Wir fordern die Landesregierung auf, von ihrem Vorhaben, die Rückgabe der geleisteten Mehrarbeitsstunden neu zu regeln, Abstand zu nehmen“, erklärte Verbandschef Manfred Busch.

Die FDP hatte sich gegen die Pläne von Heister-Neumann ausgesprochen, die Überstunden erst kurz vor dem Ruhestand zurückzugeben. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) signalisierte Kompromissbereitschaft.