HANNOVER - HANNOVER/DPA - Die geplante Schließung des Atommüll-Endlagers Asse II bei Wolfenbüttel ist aus Sicht der Landtags-Grünen juristisch zweifelhaft. Es sei fraglich, ob die bis 1978 in dem früheren Salzbergwerk eingelagerten rund 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Stoffe auf Dauer sicher verwahrt werden könnten, sagte der atompolitische Sprecher Andreas Meihsies am Donnerstag in Hannover. Es drohe die Gefahr, dass kontaminiertes Grundwasser in die Biosphäre gelangen könnte.
Die Grünen fordern ein Planfeststellungsverfahren nach Atomrecht unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Das Bundesforschungsministerium plant eine Stilllegung nach Bergrecht ohne öffentliche Beteiligung. „Ein Planfeststellungsverfahren eröffnet die Chance, eine öffentliche und wissenschaftliche Auseinandersetzung über das zu führen, was da geplant ist“, sagte Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel.
„Mit der Schließung der Asse wird erstmals in Deutschland eine Endlagerung radioaktiver Abfälle tatsächlich vollzogen“, sagte Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP). „Daher ist es nach meiner Auffassung erforderlich, die Menschen in der Region umfassend zu informieren und anzuhören.“ Dies müsse jedoch auf freiwilliger Basis erfolgen.
Kritiker bezweifeln, dass die radioaktiven Fässer dauerhaft sicher in der Asse gelagert sind, denn seit 1998 läuft Salzlauge in das Bergwerk. Der Betreiber, das GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg (Bayern), weist in seinem Jahresbericht aber darauf hin, dass die vom Bergwerk ausgehende Strahlenbelastung sämtliche Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung unterschreite.
