HANNOVER - HANNOVER/DPA - Der Streit um das Lastwagen-Fahrverbot gegen die Feinstaubbelastung in Hannover spitzt sich zu. Umweltminister Hans- Heinrich Sander (FDP) hat den Umweltdezernenten der Landeshauptstadt, Hans Mönninghoff (Grüne), am Freitag im Landtag aufgefordert, das Fahrverbot erneut anzuordnen. Mönninghoff lehnte dies ab: „Wenn der Minister das möchte, muss er uns dazu anweisen.“ Bei einem Fahrverbot müssten die Lastwagen eine Umleitung fahren, dadurch sei aber der Schadstoffausstoß zweieinhalb Mal höher. Das Fahrverbot war am Montag aufgehoben worden.

Minister Sander sagte dagegen, ein Gutachten belege den Sinn des Fahrverbots. Zwar sei die Feinstaubbelastung insgesamt nur geringfügig reduziert worden, dies habe aber am höheren Verkehrsaufkommen während der Hannover Messe gelegen.

Mönninghoff traf am Freitag mit dem Staatssekretär im Umweltministerium, Christian Eberl, zusammen, um mit ihm über die Feinstaub-Probleme zu beraten. Den Inhalt des Gesprächs wollen beide Seiten erst am kommenden Montag bekannt geben. Der Landtagsabgeordnete Enno Hagenah (Grüne) forderte die Landesregierung auf, sich für die steuerliche Förderung von Dieselrußfiltern einzusetzen. Vor rund zwei Wochen hatte Hannover die Grenzwerte für Feinstaub zum 35. Mal überschritten.