HANNOVER - HANNOVER/DPA - Nur wenige niedersächsische Städte wollen sofort die Feinstaubbelastung senken. Das hat eine Umfrage ergeben. Lediglich Hannover und Braunschweig haben Sofortprogramme aufgelegt. Die Belastung der Luft mit den gesundheitsschädlichen Stoffen lag dort bereits 35 Mal über EU-Grenzwerten. Im Land Bremen soll im Mai ein Luftreinhalteplan vorgelegt werden.
Seit Jahresbeginn gelten in Deutschland die Vorgaben der Europäischen Union (EU). Danach dürfen die Grenzwerte für Feinstaub von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nur an 35 Tagen im Jahr verletzt werden.
Braunschweig war die erste niedersächsische Stadt, in der am vergangenen Montag die Grenzwerte überschritten wurden. Nach einem Beschluss des Verwaltungsausschusses wird die Innenstadt nun teilweise für Lastwagen gesperrt. Zudem sollen einige Straßen nass gereinigt werden.
Auch in Hannover musste reagiert werden. Dort wurden am Donnerstag die Grenzwerte zum 35. Mal verletzt. Rund um die für die EU-Richtwerte maßgebliche Messstelle dürfen Autos nur noch mit Tempo 40 fahren. Von diesem Montag an wird auf der betroffenen Hauptverkehrsstraße für acht Tage ein Fahrverbot für Lastwagen verhängt. Testweise wird die Fahrbahn abgespritzt.
Der niedersächsische CDU-Fraktionschef David McAllister hat die EU-Feinstaub-Richtlinie als „realitätsfremd“ kritisiert. „Sie muss völlig überarbeitet werden“, forderte McAllister.
