HANNOVER - HANNOVER/DPA - Sieben Monate nach dem Transrapid-Unglück im Emsland mit 23 Toten soll in der kommenden Woche das mit Spannung erwartete Gutachten des Eisenbahn-Bundesamtes vorliegen. Der Vorsitzende des Landtags-Untersuchungsausschusses, Harald Noack (CDU), erwartet, dass die Ausschuss-Mitglieder die Expertise im Auftrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück dann rasch einsehen können.
Zugleich wird am kommenden Donnerstagmorgen ein neuer Magnetschwebezug auf der Versuchsanlage in Lathen erwartet. Das berichtete ein Sprecher des Herstellers. Der Transrapid darf in Lathen zwar montiert werden, aber wegen der noch fehlenden Betriebsgenehmigung nicht fahren.
Im September vergangenen Jahres war ein Transrapid auf einen stehenden Werkstattwagen geprallt, 23 Menschen starben. Der Landtag hatte dann zur Klärung eines möglichen politischen Verschuldens im vergangenen Dezember einen Untersuchungsausschuss eingesetzt. Das Land Niedersachsen will an der Teststrecke im Emsland zu Forschungszwecken und für Touristenfahrten festhalten.
Der Vorsitzende des Landtags-Untersuchungsausschusses, Harald Noack, sagte, die umfangreiche Expertise wolle der ermittelnde Staatsanwalt direkt beim Eisenbahn-Bundesamt abholen. Danach soll auch der Parlamentarische Untersuchungsausschuss eine Kopie des Gutachtens erhalten. Noack geht davon aus, dass sich die Abgeordneten am Rande der Landtagssitzung (25. bis 27. April) mit dem Gutachten beschäftigen können.
Die Fachleute des Eisenbahn-Bundesamtes haben nach Einschätzung des Göttinger CDU-Landtagsabgeordneten Noack auch die Abläufe bei der Betreibergesellschaft IABG kritisch unter die Lupe genommen. Es werde mit Spannung erwartet, ob das Gutachten neue Erkenntnisse über Mängel an der Versuchsanlage liefere, sagte der CDU-Politiker. Vor allem aus Sicht der Landtags-Opposition von SPD und Grünen gab es auf der Strecke Sicherheitsmängel und Verstöße gegen die Betriebsvorschrift.
