HANNOVER - Niedersachsen will den Güterverkehr künftig stärker auf die Binnenschifffahrt verlagern. Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) forderte die Bundesregierung auf, die Wasserstraßen in Norddeutschland besser auszubauen. „Wir haben große Potenziale bei den Binnenwasserstraßen, die wir nutzen müssen“, sagte Bode am Mittwoch in Hannover. Als Beispiel nannte er den Hafen Oldenburg, der nach dem Ausbau enorme Zuwachsraten verzeichnet habe.
Der Minister beruft sich dabei auch auf eine Studie des Franzius-Instituts für Wasserbau und Küsteningenieurwesen der Universität Hannover. Danach beträgt im größten deutschen Seehafen in Hamburg etwa der Anteil der Binnenschifffahrt am Containerverkehr derzeit lediglich ein Prozent. Angesichts der begrenzten Kapazitäten auf Straßen und Schienen und der zu erwartenden starken Zunahme des Güterumschlags in den deutschen Seehäfen müssten diese Reserven besser ausgeschöpft werden, forderte Bode.
Generell gibt es der Studie zufolge bei den Durchfahrtshöhen, den Schleusenabmessungen und der Fahrrinnenbreite der norddeutschen Wasserstraßen Verbesserungsbedarf. Das gilt auch für Weser und Ems. Nur durch einen entsprechenden Ausbau könne ein höheres Verkehrsaufkommen bewältigt werden, heißt es.
Größtes Hindernis für den wichtigen Elbe-Seitenkanal ist danach das Schiffshebewerk Scharnebeck bei Lüneburg. Bis 2025 sei mit einem Anstieg des zu befördernden Ladungsgewichts auf über 17 Millionen Tonnen zu rechnen. Dafür reiche die Kapazität nicht aus. Wirtschaftsminister Bode will sich beim Bund für die Erweiterung des Schiffshebewerks einsetzen.
