HANNOVER - Die CDU/FDP-Landesregierung will die Transrapid-Teststrecke im emsländischen Lathen retten. Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) sieht Chancen, die Strecke mit leichteren Fahrwegträgern um bis zu 30 Prozent billiger zu bauen. Diese sollen die alten, schweren Spannbetonträger ersetzen. Er kündigte Gespräche mit Bund und Industrie an. „Ich habe den Eindruck, da ist noch Spielraum“, sagte Hirche am Freitag in Hannover.

Das Land unterstützt damit eine Initiative von Mittelständlern um den Baustoffunternehmer Rolf Trauernicht aus dem ostfriesischen Großefehn. Diese will verhindern, dass die Teststrecke in Lathen im Sommer geschlossen wird, weil die Industrie kein Interesse mehr an der weiteren Erprobung des Magnetschwebezuges hat. „Ziel ist es, „die Versuchsanlage in Lathen zu erhalten“, sagte Trauernicht. Hirche lobte den Vorstoß des Mittelstandes als „bemerkenswerte politische Initiative“.

Die Initiative will zunächst vier neue Träger in die bestehende Strecke einbauen und zwei Jahre testen. Mit der neuartigen Technik wäre der Transrapid-Fahrweg „verkäuflich“, sagte der Hamburger Ingenieur Hermann Flessner, der die Hälfte der Patentrechte hält. Flessner bezifferte die Kosten auf zwei Millionen Euro. Die Beschaffung des Geldes wäre kein Problem, erklärte er. Trauernicht will 125 000 Euro privat investieren und rief zu Spenden auf. Flessner und Trauernicht halten den Bau einer Praxisstrecke zwischen Hamburg und Berlin für möglich. Die Landtagsfraktion der Grünen sieht dagegen keinerlei Vermarktungschancen mehr für den Transrapid.