Hannover - Der Naturschutzbund (Nabu) fordert deutlich schärfere Gesetze zum Erhalt der Artenvielfalt in Niedersachsen. Obwohl der Verband ein entsprechendes Volksbegehren unterstützt, will der Nabu darüber auch weiter mit der Landesregierung sowie mit Bauernvertretern verhandeln. „Wir haben den Verhandlungstisch nicht verlassen“, sagte Landeschef Holger Buschmann der Nachrichtenagentur dpa. Voraussetzung dafür, dass der Nabu eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichne, sei aber eine klare Kommunikation, dass das Volksbegehren damit nicht überflüssig sei. „Solange ich kein Gesetz beschlossen habe, solange ich nicht wirklich was in der Hand habe, kann ich ein Volksbegehren nicht hergeben.“

Als Beispiel nannte Buschmann den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. „Das ist viel zu viel, was wir insgesamt in unsere Landschaft kippen und gießen“, sagte er. Daher brauche es konkrete Vorgaben und nicht nur eine Absichtserklärung, den Einsatz zu reduzieren. „Für uns ist entscheidend, dass wirklich draußen was passiert. Wir müssen jetzt dringendst aktiv werden, um die Katastrophe noch zu verhindern, die vor uns liegt.“

Das Volksbegehren wurde unter der Woche offiziell eingeleitet. Umweltminister Olaf Lies (SPD) gibt sich dennoch optimistisch, noch eine Einigung mit der Landwirtschaft sowie mit Naturschutzverbänden herbeizuführen. Man sei „in sehr guten Gesprächen“ über einen gemeinsamen Weg, sagte er.