HANNOVER - Rund 320 000 kleine Kinder in Niedersachsen werden ab April zur Vorsorgeuntersuchung eingeladen. Die Eltern erhalten demnächst Post von den Behörden. Die CDU/FDP-Landesregierung will die ärztlichen Checks für Kinder bis zum vierten Lebensjahr verbindlicher machen. In dem Schreiben wird zur Teilnahme an den so genannten U-Untersuchungen aufgefordert.

„Alle Kinder sollen gesund und unbeschwert aufwachsen“, sagte Gesundheitsministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) am Montag in Hannover. „Die regelmäßigen Untersuchungen helfen, vor allem Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.“

Kommen die Eltern der ersten Einladung nicht nach, werden sie noch einmal daran erinnert. Gehen sie dann immer noch nicht mit ihren Kindern zum Arzt, wird das zuständige Jugendamt informiert. Das Landesjugendamt rechnet damit, dass das in rund fünf Prozent der Fälle notwendig sein wird. Vor allem Migrantenfamilien sollen zu einer stärkeren Teilnahme an den Untersuchungen motiviert werden. Bei ihnen liegt die Quote der untersuchten Kinder in den ersten Lebensjahren laut Ministerium nur bei 60 bis 70 Prozent.

Die Ärzte hoffen auch, Fälle von Verwahrlosung und Misshandlung schneller zu entdecken. Das sei ein „zusätzlicher, toller Gewinn“ der Untersuchungen, sagte Gisbert Voigt von der Niedersächsischen Ärztekammer.

Rechtlich verpflichtend sind die Untersuchungen weiterhin nicht. Niedersachsen ist eines der letzten Bundesländer, das die Früherkennung verbindlicher macht. Das Land gibt dafür rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr aus.