HANNOVER - Ein Mann für eine schlagkräftige Polizei, eine Frau für glücklichere Studenten und ein Mann für die soziale Gerechtigkeit: Das Schattenkabinett von Spitzenkandidat Wolfgang Jüttner nimmt Konturen an. Der SPD-Fraktionschef hat Heiner Bartling, Gabriela Andretta und Uwe Schwarz in sein Wahlkampfteam für 2008 berufen. Alle drei sitzen im Fraktionsvorstand.
Jüttner wird bis Mitte Oktober mindestens drei weitere „Schattenminister“ benennen, die nicht aus der Fraktion kommen. Er setze auf eine Mischung aus „Erfahrung und Erneuerung“, sagte er. Aus SPD-Kreisen hieß es, dass für das Wirtschaftsressort Jochen Hahne, Geschäftsführer einer Büromöbelfirma aus Bad Münder, vorgesehen sei. Für Umwelt gilt der Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch als Favorit. Für Bildung wurde die frühere NRW-Kultusministerin Ute Schäfer genannt. Jüttner hatte bereits den früheren Landeschef der Gewerkschaft Verdi, Wolfgang Denia, in sein Team geholt. Die CDU wertet die Berufungen als Zeichen für einen Linksruck der SPD. Die vorgestellten Landtagspolitiker seien das „letzte Aufgebot“, erklärte CDU-Generalsekretär Ulf Thiele.
Bartling, Andretta und Schwarz stehen im Gegensatz zu Denia eher für einen pragmatischen Kurs. Alle drei vertreten traditionelle SPD-Positionen. „Sozialdemokratie ist für mich das Herz der Sozialpolitik“, betonte der Sozialexperte Schwarz, zugleich Bürgermeister von Bad Gandersheim und Personalratschef der AOK. Er will sich für den Kampf gegen Kinderarmut und bessere Seniorenbetreuung einsetzen. Die Göttinger Hochschulexpertin Andretta steht für die Abschaffung von Studiengebühren und einen Ausbau der Studienplätze. Ex-Innenminister Bartling (Rinteln) soll unter anderem die Integration von Ausländern und die Polizeiarbeit verbessern.
Die SPD-Spitze hat offenbar Pläne verworfen, einen Schattenminister für Kommunales zu präsentieren. Im Gespräch seien die Landräte Sven Ambrosy (Friesland) und Frank Eger (Oldenburg) gewesen, hieß es. Offenbar wollte Bartling diese Zuständigkeit nicht abgeben.
Jüttner schloss eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei aus. Sie sei eine „Gruppe am Rande“, die er für „keinen produktiven Beitrag für die Landespolitik“ halte. Darüber hinaus forderte Jüttner die SPD-Bundesspitze zu mehr Solidarität im Wahlkampf auf, verlangte höhere Hartz IV-Leistungen und Ergänzungen bei der Rente mit 67.
