HANNOVER - Scheitert eine hochqualifizierte Frau an dem Männerkartell Christian Wulff und Wolfgang Jüttner? Während die Ex-Landtagsabgeordnete Heike Bockmann (SPD, Oldenburg) parteienübergreifend für das Amt als neue Präsidentin des Rechnungshofes als bestens geeignet angesehen wird, sollen der Ministerpräsident und der Oppositionschef schon heimlich andere Fäden gezogen haben. Zugunsten eines Mannes: Richard Höptner aus dem Finanzministerium.

Doch damit wollen sich nicht alle in der Koalition und in der Opposition abfinden. Vor allem Frauen stellen sich hinter die Bewerbung von Bockmann. „Natürlich gehört an die Spitze des Landesrechnungshofs eine Frau“, sagte die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Ulla Groskurt. Bockmann sei ein kompetente Bewerberin. Das gleiche gelte für Rechnungshof-Mitglied Birgit Honé.

Auch Grünen-Fraktionsvize Ursula Helmhold sagte: „Ich finde es gut, wenn eine Frau Präsidentin wird“. Es passe aber ins Bild dieser Landesregierung, dass Frauen schlechte Karten hätten.

Der Präsident des Rechnungshofes wird auf Vorschlag des Ministerpräsidenten mit einer zwei Drittel Mehrheit des Landtags gewählt. Nach einem ungeschriebenen Gesetz stellt die größte Oppositionspartei den obersten Prüfer des Landes. In diesem Fall die SPD. Wie es hieß, hat sich die CDU gegen Honé ausgesprochen Bockmann könnte dagegen mit den Stimmen von Union und LIberalen rechnen.

Aus der CDU bekam die Oldenburgerin noch einmal Unterstützung. „Ich fand es beeindruckend wie unabhängig und überparteilich sie den Jade-Port-Untersuchungsausschuss geleitet hat“, sagte CDU-Fraktionschef David McAllister. Das werde in der gesamten CDU so gesehen.