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JADE-PORT Gegenseitig „ausgetrickst und übertölpelt“

MARCO SENG REDAKTION HANNOVER

HANNOVER/WILHELMSHAVEN - Er war der Zeuge, auf den alle mit Spannung warteten. Und er sagte das, womit alle rechneten: Niedersachsen und Bremen haben bei der Vergabe des Bauauftrags für den Jade-Weser-Port schwere Fehler gemacht. Wolf-Dietmar Starke, gefeuerter Chefplaner des Tiefwasserhafens, packte im Landtags-Untersuchungsausschuss aus. Vor den Kameras zeigte sich Starke später wesentlich zugeknöpfter, blickte immer wieder nervös zu seinem Anwalt.

Starke hat vor allem drei Schuldige für die Misere beim Hafenbau ausgemacht: Niedersachsens Wirtschafts-Staatssekretär Joachim Werren (FDP), dessen früheren Stabstellen-Leiter Joachim Erdmann und der Bremer Geschäftsführer der Jade-Port-Gesellschaft, Jürgen Holtermann. Auch den niedersächsischen Geschäftsführer Helmut Werner erwähnt er. Werner sei wegen seiner schweren Krankheit mit dem Projekt überfordert gewesen. Niedersachsen habe den Fehler gemacht, ihn die Geschäfte weiter leiten zu lassen.

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Starke erzählte dem Ausschuss, wie er im Bieter-Streit zwischen Hochtief und Bunte im Februar bei Werren angerufen und vergeblich um Rückendeckung für die „Ankerlösung“ von Bunte gebeten habe. Auch bei einem späteren Telefongespräch habe ihn Werren vertröstet.

Starke will den Staatssekretär, der auch Aufsichtsratschef der Jade-Port-Gesellschaft ist, bei den Gesprächen auf die Mauscheleien zwischen Bremen und Hochtief hingewiesen haben. Sein Vorwurf: Bei der umstrittenen und inzwischen von einem Gericht gekippten Auftragsvergabe an Hochtief sei europäisches und deutsches Vergaberecht gebrochen worden. Erdmann und Holtermann hätten das in Kauf genommen. Zwischen Niedersachsen und Bremen gebe es nur „Austricksen“ und „Übertölpeln“.

Erdmann wies im Ausschuss Vorwürfe der politischen Einflussnahme zurück. Alle Beteiligten hätten nach „bestem Wissen und Gewissen“ gehandelt. Nach Ansicht der Landtags-Opposition war die Landesregierung „voll informiert und involviert“. Erdmann bestritt indes Starkes Aussage, auch Ministerpräsident Wulff sei „auf Kurs Hochtief“ gebracht worden.

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