HANNOVER/WILHELMSHAVEN/SANDE - HANNOVER/WILHELMSHAVEN/SANDE/JWE/US - Die Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag fordert eine Neuausschreibung der Bauaufträge für den in Wilhelmshaven geplanten Tiefwasser-Containerhafen Jade-Weser-Port. Der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel begründete dies mit der Vermutung, dass das jetzige Vergabeverfahren mit sehr großer Wahrscheinlichkeit vor Gericht landen werde. Das Missmanagement bei Realisierungsgesellschaft und Wirtschaftsministerium hätten ein nicht mehr zu verantwortendes Ausmaß angenommen.
Die Grünen-Forderung wurde von dem Wilhelmshavener Landtagsabgeordneten Dr. Uwe Biester (CDU) scharf zurückgewiesen. Er halte es für leichtfertig und unzulässig, das Vergabeverfahren kurz vor dem Ende durch juristisch haltlose Spekulationen zu belasten. In der augenblicklichen Phase seien juristische Fachleute und keine politischen Dampfplauderer gefragt.
Das Straßenbauamt Aurich und die Gemeinde Sande rechnen unterdessen nicht mehr damit, dass die geplante Bahnumgehung Sande bis zur avisierten Inbetriebnahme des Jade-Weser-Ports im Jahr 2010 fertig wird. Derzeit sucht die friesländische Nachbargemeinde von Wilhelmshaven nach einer Trasse für die Umgehung. Zur Debatte stehen eine knapp sieben Kilometer lange West-Variante entlang der A 29 und eine halb so lange und deshalb auch preisgünstigere Nord-Ost-Trasse. Nach der Entscheidung beginnt das aufwändige Genehmigungsverfahren. Erst danach kann mit dem Bau begonnen werden.
