Hannover - Der Wolf jagt die Emotionen noch einmal hoch in der vorletzten Sitzung des Niedersächsischen Landtags am Mittwoch: Die SPD fordert „wolfsfreie Zonen entlang der Deiche“ angesichts ständig steigender Risse von Schafen und Rindern durch das geschützte Raubtier.

„Es ist vernünftig, zu einer stärkeren Regulierung zu kommen“, betonte der SPD-Agrarexperte Wiard Siebels, der an den Vorschlag von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erinnerte, in Schwerpunktregionen den Wolfsbestand „auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen“. Die SPD nehme die „riesengroße Betroffenheit“ und „Sorgen“ in der Bevölkerung sowie bei Weidetierhalter ernst, sagte Siebels.

Der CDU-Agrarexperte Frank Oesterhelweg beklagte 36 Wolfsübergriffe allein im Landkreis Cuxhaven. „Schwer verletzte Weidetiere müssen oft stundenlange Qualen erleiden“, sagte Oesterhelweg, der dem zuständigen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) Nichtstun vorwarf. Der Wolfsbestand müsse „sinnvoll reguliert werden“, verlangte Oesterhelweg.

FDP-Chef Stefan Birkner forderte, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen angesichts von 28 Rissen in Goldenstedt. In anderen Regionen würden Wölfe „in Wohngebieten herumstreunen“, klagte Birkner: „Die Rudel in Cuxhaven und Goldenstedt müssen per Ministererlass entnommen werden.“

Umweltminister Wenzel warnte, den Wolf für „populistische Wahlkampfmanöver“ zu missbrauchen. Der Abschuss eines Wolfes gehe nur nach „Recht und Gesetz“.