HANNOVER - Die Staatskanzlei in Hannover hat die Gästeliste für eine Party erstellt, die der Eventmanager Manfred Schmidt am Abend von Wulffs Wahl zum Staatsoberhaupt in Berlin gab. Das bestätigte der niedersächsische Regierungssprecher Franz Rainer Enste am Mittwoch. Wie der Stern berichtet, lud Schmidt zu der Feier in seinem Berliner Penthouse auch Vertreter von Firmen ein, die er wiederholt als Sponsoren für andere Veranstaltungen nutzte. Einem Verbandsvertreter habe er für eine Einladung 3000 Euro in Rechnung gestellt.
Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Schmidt zurzeit wegen des Verdachts der Bestechung, gegen Wulffs früheren Sprecher Olaf Glaeseker wegen Bestechlichkeit. Schmidt hatte den Nord-Süd-Dialog organisiert, eine Lobbyveranstaltung, an der er viel Geld verdient haben soll. Die Ermittler prüfen, ob der Regierungssprecher Glaeseker Schmidt dabei gefällig gefördert hat.
Nach Darstellung der niedersächsischen Landesregierung soll Glaeseker bei der Planung des Nord-Süd-Dialoges weitgehend eigenmächtig gehandelt haben. Es hat sich gezeigt, dass Herr Glaeseker immer sehr selbstständig gearbeitet hat, sagte Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) in Hannover.
Den früheren Ministerpräsidenten Wulff hingegen nahm der CDU-Politiker in Schutz: Es liegen keine juristischen Beweise für eine Beteiligung Wulffs vor, sagte Möllring nach einer Sitzung des Rechtsausschusses im Landtag. Dies gelte auch für den damaligen Staatskanzleichef und heutigen Leiter des Bundespräsidialamtes, Lothar Hagebölling, sagte Möllring.
Unterdessen wurde nach Angaben des NDR die Deutsche Messe AG Hannover gezielt von der Staatskanzlei für Sponsorengelder für den Nord-Süd-Dialog angesprochen. Der Redaktion liege eine E-Mail von Wulffs damaligem Regierungssprecher Glaeseker an die Deutsche Messe AG Hannover vor, in der sich Glaeseker ausdrücklich auf den damaligen Ministerpräsidenten bezieht.
Wulff selbst wollte den Vorgang nicht kommentieren, teilte sein Anwalt mit. Die Messe AG bestätigte dagegen das Schreiben vom 17. September und erklärte, als Co-Sponsor 25 000 Euro zur Verfügung gestellt zu haben.
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