HANNOVER - HANNOVER/DPA - Wegen verbotener Lieferungen von Elektromotoren für Atomkraftwerke im Iran ermittelt die Justiz gegen ein Handelsunternehmen in Hannover. 26 Zollfahnder aus Hamburg und Bremerhaven durchsuchten die Firma und Wohnungen der Unternehmenschefs. Dabei wurden vier Hochspannungsmotoren beschlagnahmt, die vermutlich ohne Genehmigung in den Iran exportiert werden sollten, berichteten die Behörden am Freitag. Im Dezember sollen bereits Niederspannungsmotoren im Wert von mindestens 200 000 Euro für das Atomkraftwerk im südiranischen Busher geliefert worden sein. Zwei ehemalige Firmenmitarbeiter hatten einen Hinweis gegeben.
Für die Ausfuhr von Gütern für Kernkraftwerke in den Iran ist eine Genehmigung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle notwendig. Eine Export-Erlaubnis sei bei der derzeitigen politischen Lage aber nicht zu bekommen, sagte Oberstaatsanwalt Manfred Knothe in Hannover. Der Bau des Atomkraftwerkes in Busher und das Atomwaffenprogramm des Iran sind stark umstritten.
Das Ermittlungsverfahren richtet sich vor allem gegen den für Export zuständigen Abteilungsleiter der Handelsfirma. Um den Gewinn aus der Straftat abzuschöpfen, wurden 200 000 Euro eingezogen. Die Firma hatte die Motoren aus Korea eingeführt. Sie sollten über mehrere Länder in den Iran gebracht werden.
Bundesamt unter: www.bafa.de
