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„Historische Strukturen nicht aufgeben“

Manfred Carstens (Emstek) möchte Infrastrukturmaßnahmen voranbringen. An der Eigenständigkeit des Landesverbandes hält er fest.

Von Hans Drunkenmölle

Frage:

Nach 20 Jahren im Amt des CDU-Landesvorsitzenden kandidieren Sie für eine weitere Periode und könnten im Falle der Wahl ihren Vorgänger Gerd Glup an Amtsjahren übertreffen. Was hält Sie davon ab, die Last der Verantwortung abzugeben?

Carstens:

Mein Kreisverband Cloppenburg und der CDU-Landesvorstand Oldenburg haben mich einstimmig für die erneute Kandidatur vorgeschlagen. Da ich in keiner Weise amtsmüde bin und mir die Arbeit trotz erheblicher Belastung Freude macht, trete ich wieder an.

Frage:

Die Mitgliederzahlen des Landesverbandes sind von einst rund 16 000 auf 14 000 gesunken. Woran liegt das?

Carstens:

In den letzten acht Jahren haben die Parteien fast überall Mitglieder verloren, der CDU-Landesverband Oldenburg weniger als andernorts. Dafür gibt es mehrere Gründe: Einerseits hat die Bindung an politische Parteien nachgelassen, schon leichte Unzufriedenheiten mit tagespolitischen Ereignissen können zum Parteiaustritt führen. Andererseits kommen auch finanzielle Probleme einzelner Mitglieder hinzu.

Frage:

Die CDU ist eine „alte" Partei. Lassen sich junge Leute nicht mehr für politisches Engagement begeistern?

Carstens:

Der Altersdurchschnitt unserer Mitglieder hat sich mit dem Älterwerden der Bevölkerung entwickelt. Wir haben es aber geschafft, die junge Generation über die Junge Union anzusprechen und zu motivieren. Wer sich von Einsatz und Motivation unseres Nachwuchses eine Vorstellung machen möchte, sollte sich von der Begeisterung beim Deutschlandtag der Jungen Union in Oldenburg berichten lassen.

Frage:

Sie haben die Eigenständigkeit des Landesverbandes stets „mit Zähnen und Klauen" verteidigt – was ist Ihnen daran so wichtig?

Carstens:

Wir haben uns immer dafür eingesetzt, die Identität des Oldenburger Landes auf allen Ebenen aufrecht zu erhalten und zu festigen. Alle anderen Parteien haben sich nicht annähernd vergleichbar verhalten. Deshalb haben wir bei sämtlichen Wahlen mehr CDU-Stimmen erreicht als im Landesdurchschnitt. Diese Stärke nutzen wir im Oldenburger Land. Als Landesverband finden wir auch auf Bundesebene statt – Bezirksverbände nicht. Es wäre ein großer Fehler, diese historisch gewachsene Bedeutung unseres Landesverbandes aufzugeben.

Frage:

Mit der Auflösung der Bezirksregierung Weser-Ems ist ein Sprachrohr der Region verstummt. Bedauern Sie das?

Carstens:

Die Abwicklung der Bezirksregierungen läuft besser als Kritiker angenommen haben. Trotzdem müssen wir die Dinge im Auge behalten. Eine Bewertung des Gesamtproblems kann erst in einigen Jahren vorgenommen werden. Schon jetzt steht aber fest, dass neben den Oldenburgischen Institutionen IHK, Handwerkskammer und den beiden großen Kirchen auch eine größere Bedeutung auf die Oldenburgische Landschaft zukommt. Diese Frage ist bei Kulturminister Stratmann in guten Händen.

Frage:

Der Bezirk Weser-Ems zerfällt, gleichzeitig gibt es Bestrebungen zur Bildung einer Metropolregion Oldenburg/Bremen. Brauchen wir eine neue regionale Identität?

Carstens:

Hier wird besonders deutlich, wie wichtig es ist, vorhandene historische Strukturen nicht leichthin aufzugeben. Die CDU des Oldenburger Landes kann ohne Probleme auf neue Herausforderungen eingehen. Bei dieser Frage wird sich z. B. der SPD-Bezirk Weser-Ems schwer tun. Wir werden uns sofort nach dem Landesparteitag mit der neuen EU-Förderung ab 2007 beschäftigen.

Frage:

Was sind für Sie die wichtigsten Probleme, die im Oldenburger Land gelöst werden müssen?

Carstens:

Ich habe die Zuversicht, dass das Oldenburger Land aus der neuen Entwicklung gestärkt hervorgehen wird. Wir sollten ständig an dem Image einer landschaftlich schönen und leistungsstarken Region arbeiten. Vom Jade-Weser-Port bis zum Ausbau der A 1, vom Küstenkanal bis zur E 233 müssen sämtliche Infrastrukturmaßnahmen vorangebracht werden, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Weiterentwicklung unserer Hochschulen kommt ebenso hinzu wie die Ausweisung von Gewerbegebieten und sichere Planungskriterien für die Landwirtschaft.

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„Historische Strukturen nicht aufgeben“

Interview

CDU-Landesvorsitzender Carstens will Identität des Oldenburger Landes weiter festigen

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Manfred Carstens (Emstek) möchte Infrastrukturmaßnahmen voranbringen. An der Eigenständigkeit des Landesverbandes hält er fest.

Von Hans Drunkenmölle

Frage:

Nach 20 Jahren im Amt des CDU-Landesvorsitzenden kandidieren Sie für eine weitere Periode und könnten im Falle der Wahl ihren Vorgänger Gerd Glup an Amtsjahren übertreffen. Was hält Sie davon ab, die Last der Verantwortung abzugeben?

Carstens:

Mein Kreisverband Cloppenburg und der CDU-Landesvorstand Oldenburg haben mich einstimmig für die erneute Kandidatur vorgeschlagen. Da ich in keiner Weise amtsmüde bin und mir die Arbeit trotz erheblicher Belastung Freude macht, trete ich wieder an.

Frage:

Die Mitgliederzahlen des Landesverbandes sind von einst rund 16 000 auf 14 000 gesunken. Woran liegt das?

Carstens:

In den letzten acht Jahren haben die Parteien fast überall Mitglieder verloren, der CDU-Landesverband Oldenburg weniger als andernorts. Dafür gibt es mehrere Gründe: Einerseits hat die Bindung an politische Parteien nachgelassen, schon leichte Unzufriedenheiten mit tagespolitischen Ereignissen können zum Parteiaustritt führen. Andererseits kommen auch finanzielle Probleme einzelner Mitglieder hinzu.

Frage:

Die CDU ist eine „alte" Partei. Lassen sich junge Leute nicht mehr für politisches Engagement begeistern?

Carstens:

Der Altersdurchschnitt unserer Mitglieder hat sich mit dem Älterwerden der Bevölkerung entwickelt. Wir haben es aber geschafft, die junge Generation über die Junge Union anzusprechen und zu motivieren. Wer sich von Einsatz und Motivation unseres Nachwuchses eine Vorstellung machen möchte, sollte sich von der Begeisterung beim Deutschlandtag der Jungen Union in Oldenburg berichten lassen.

Frage:

Sie haben die Eigenständigkeit des Landesverbandes stets „mit Zähnen und Klauen" verteidigt – was ist Ihnen daran so wichtig?

Carstens:

Wir haben uns immer dafür eingesetzt, die Identität des Oldenburger Landes auf allen Ebenen aufrecht zu erhalten und zu festigen. Alle anderen Parteien haben sich nicht annähernd vergleichbar verhalten. Deshalb haben wir bei sämtlichen Wahlen mehr CDU-Stimmen erreicht als im Landesdurchschnitt. Diese Stärke nutzen wir im Oldenburger Land. Als Landesverband finden wir auch auf Bundesebene statt – Bezirksverbände nicht. Es wäre ein großer Fehler, diese historisch gewachsene Bedeutung unseres Landesverbandes aufzugeben.

Frage:

Mit der Auflösung der Bezirksregierung Weser-Ems ist ein Sprachrohr der Region verstummt. Bedauern Sie das?

Carstens:

Die Abwicklung der Bezirksregierungen läuft besser als Kritiker angenommen haben. Trotzdem müssen wir die Dinge im Auge behalten. Eine Bewertung des Gesamtproblems kann erst in einigen Jahren vorgenommen werden. Schon jetzt steht aber fest, dass neben den Oldenburgischen Institutionen IHK, Handwerkskammer und den beiden großen Kirchen auch eine größere Bedeutung auf die Oldenburgische Landschaft zukommt. Diese Frage ist bei Kulturminister Stratmann in guten Händen.

Frage:

Der Bezirk Weser-Ems zerfällt, gleichzeitig gibt es Bestrebungen zur Bildung einer Metropolregion Oldenburg/Bremen. Brauchen wir eine neue regionale Identität?

Carstens:

Hier wird besonders deutlich, wie wichtig es ist, vorhandene historische Strukturen nicht leichthin aufzugeben. Die CDU des Oldenburger Landes kann ohne Probleme auf neue Herausforderungen eingehen. Bei dieser Frage wird sich z. B. der SPD-Bezirk Weser-Ems schwer tun. Wir werden uns sofort nach dem Landesparteitag mit der neuen EU-Förderung ab 2007 beschäftigen.

Frage:

Was sind für Sie die wichtigsten Probleme, die im Oldenburger Land gelöst werden müssen?

Carstens:

Ich habe die Zuversicht, dass das Oldenburger Land aus der neuen Entwicklung gestärkt hervorgehen wird. Wir sollten ständig an dem Image einer landschaftlich schönen und leistungsstarken Region arbeiten. Vom Jade-Weser-Port bis zum Ausbau der A 1, vom Küstenkanal bis zur E 233 müssen sämtliche Infrastrukturmaßnahmen vorangebracht werden, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Weiterentwicklung unserer Hochschulen kommt ebenso hinzu wie die Ausweisung von Gewerbegebieten und sichere Planungskriterien für die Landwirtschaft.

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Themen
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