HOYA - HOYA/DPA - Die niedersächsischen Spargelbauern haben in einer ersten Bilanz die politischen Vorgaben zum Einsatz deutscher Erntehelfer kritisiert. „Der Spargel kann bei vielen Betrieben nicht rechtzeitig gestochen werden, die Qualitäten leiden und als Folge müssen wir Preiseinbußen hinnehmen – nur weil die Politik uns Steine in den Weg legt“, sagte Dietrich Paul, Vorsitzender der Vereinigung der Spargelanbauer. Er forderte die völlige Freizügigkeit für Erntehelfer aus EU-Beitrittsländern.

Seit sechs Wochen laufe die Ernte und von Tag zu Tag würden die Probleme größer. „Unsere Ertragseinbußen gehen zu Lasten der Bundesregierung“, kommentierte Paul die Bemühungen der Bundesregierung, deutsche Arbeitslose als Erntehelfer auf die Spargelfelder zu bekommen. „Ich kenne keinen Berufskollegen, der die versprochenen zehn Prozent deutsche Arbeitskräfte erhalten hat.“ Der Vorsitzende vertritt über 700 Spargelbauern in Niedersachsen.

„Was die Schröder-Regierung betrieben hat, wurde von der Merkel-Regierung nicht verändert“, so der Verbandschef. Viele polnische Arbeiter seien verunsichert und bei dieser „Hängepartie“ nicht bereit, nach Deutschland zu kommen. „Die Zeche zahlen wir Landwirte, weil wir händeringend Personal brauchen.“ Es habe sich gezeigt, dass deutschen Arbeitslosen die harte Arbeit nicht zugemutet werden könne.