HUDE/ESSEN - Keine Pachtzahlungen der Fischer für das Angelgebiet an der Thülsfelder Talsperre und eine Pipeline zur Nordsee für das Baugebiet an der Ems als Schutz vor Übersalzung des Flusses – das waren die zentralen Punkte, die Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) beim Sportfischertag des Landesfischereiverbands Weser-Ems am Sonnabend in Hude (Kreis Oldenburg) ansprach.
Sander reagierte mit seinen Aussagen auf die Ängste der Fischer. Deren Präsident Bernhard Pieper hatte darauf hingewiesen, dass die Fischer an der Talsperre trotz des durch die Wasserablassung zum großen Teil vernichteten Fischbestands weiterhin zu Pachtzahlungen verpflichtet seien. Auch habe man Angst, dass das durch den Kavernenbau des Energiekonzerns EWE entstehende Salz in die Ems abgeleitet werde.
Der Minister versprach, beide Anliegen „zur Zufriedenheit der Betroffenen“ zu regeln.
Ein weiteres Reizthema sprach Dr. Stefan Spahn, Biologe im Verband Deutscher Sportfischer, in seinen Vortrag über den „Gesamteuropäischen Kormoranmanagementplan“ an. Das EU-Parlament habe eine Verordnung erlassen, die es ermöglichen solle, die zunehmende Population der fischfressenden Vögel von aktuell 1,8 Millionen in Europa zu reduzieren. Allerdings wolle die EU-Kommission erst weitere Daten erheben, bevor sie sich des Problems annehme, bedauerte Spahn. Bis dahin fräßen die Vögel weiterhin ein Pfund Fisch pro Tag und Tier.
Minister Sander zeichnete in Hude zudem Walter Schwarte aus Essen (Kreis Cloppenburg) mit der Niedersächsischen Umweltnadel aus. Schwarte habe sich als Gewässerwart des Fischereivereins Essen mit großem Erfolg der Pflege von Fauna und Flora angenommen, sagte Sander. Walter Schwarte schied nach 15 Jahren aus seinem Amt aus.
