Vom Außenpolitiker Westerwelle wird nicht viel in Erinnerung bleiben, allenfalls seine Chuzpe, selbst den aberwitzigsten Haken auf dem eigenen Zick-Zack-Kurs noch als klare und gerade Strategie zu verkaufen.
Mit der jetzt offenbar doch möglichen humanitären Hilfe für Libyen versucht sich die zuletzt kläglich isolierte deutsche Regierung, wieder an Weltgemeinschaft und NATO heranzurobben. Das hat ziemlich viel mit verzweifelter Anbiederung zu tun, nachdem man neulich noch mit dem klaren Jein im Weltsicherheitsrat ein veritables diplomatisches Desaster verursachte.
Es macht im übrigen wenig Sinn, in Libyen zwischen Kampfeinsatz und humanitärer Mission zu unterscheiden. Wer wollte bestreiten, dass die Militärschläge Tausenden Libyern das Leben gerettet haben, mithin also eine im Wortsinne humanitäre Maßnahme waren? Indes gilt aber auch: Wenn sich Vereinte Nationen und NATO nun tatsächlich um bedrängte und gequälte Zivilisten in aller Welt kümmern wollen, dann, in der Tat, gibt es noch viel Arbeit.
