Hannover - Mehrere hundert Menschen haben bei den traditionellen Ostermärschen in Niedersachsen für Frieden und den Stopp von Rüstungsexporten demonstriert. In Hannovers Innenstadt forderten die Menschen ein Ende der Gewalt in der Welt und „Kein Segen fürs Militär“. Die mehrstündige Aktion stand unter dem Motto „Was wir uns von Europa wünschen“. In Braunschweig nahmen etwa 60 Radfahrer an einer Friedensfahrt durch die Innenstadt teil. Auch hier lautete das Motto „Verhandeln statt Schießen“. Weitere Kundgebungen gab es in Buchholz, Holzminden, Oldenburg und Wolfsburg.

Hundert Jahre nach dem Beginn des Ersten und 75 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges standen auch ein möglicher bewaffneter Konflikt in der Ukraine und der Bürgerkrieg in Syrien im Mittelpunkt der Proteste. Weitere Themen waren Rüstungsexporte und die Ausweitung der Bundeswehreinsätze.

Zu den Ostermärschen waren bundesweit mehrere tausend Teilnehmer erwartet worden. Die Ostermarschbewegung geht auf den britischen Philosophen Bertrand Russell (1872-1970) zurück.

Unter dessen Regie versammelten sich an Karfreitag 1958 in London erstmals 10 000 Menschen, um für atomare Abrüstung zu demonstrieren. Der erste Ostermarsch in Deutschland fand zwei Jahre später statt.

Ihre Höhepunkte erlebte die Ostermarsch-Bewegung in Deutschland in den 70er und 80er-Jahren im Zusammenhang mit der Anti-Atomkraft-Bewegung und der Debatte über die Nato-Nachrüstung.