IM NORDWESTEN - Das hat es seit zwei Jahrzehnten nicht mehr gegeben: Nach dem Rücktritt von CDU-Politikerin Astrid Grotelüschen (Ahlhorn) als Landwirtschaftsministerin ist im Kabinett der Landesregierung kein Politiker mehr aus dem Oldenburger Land vertreten. Nachfolger Gert Lindemann lebt in Peine.

„Natürlich redet man miteinander, aber die Entscheidung hat der Ministerpräsident getroffen. Mit Gert Lindemann hat man eine hervorragende Wahl getroffen. Wir wissen das als Oldenburger aber sehr wohl zu werten“, erklärte der Landesvorsitzende der CDU Oldenburg, Franz-Josef Holzenkamp und ergänzte, sich auf dem Ministerposten auch einen Oldenburger hätte vorstellen können.

Der bis dato letzte Zeitraum ohne oldenburgische Kabinettsrepräsentanz in Hannover war von 1986 bis 1990. Der damals lange amtierende Vorsitzende des CDU-Landesverbandes Oldenburg, Landwirtschaftsminister Gerhard Glup, war im Jahr vor der Landtagswahl von 1986 nicht mehr als Vorsitzender angetreten, hatte nicht mehr für den Landtag kandidiert und stand nach der 86er Wahl nicht mehr als Minister zur Verfügung.

Mit der Bildung der CDU/FDP-Koalition ging ein kräftiges Rumoren in der Oldenburger CDU einher. Der neue Landesvorsitzende Manfred Carstens hätte bei Ernst Albrecht Finanzminister werden können, setzte aber in Bonn auf eine Karriere als Parlamentarischer Staatssekretär (was sich später auch erfüllt hat). Gerüchten zufolge hat Albrecht Carstens das Ministeramt nur deshalb offensiv angedient, weil er wusste, der würde ablehnen.

Carstens setze als Ausgleich drei Punkte durch: Der Delmenhorster Oberstadtdirektor Franz Cromme wurde Justiz-Staatssekretär, der Oldenburger Generalstaatsanwalt Friedrich Höse wurde Innen-Staatssekretär und es wurde ein Jour fix installiert zwischen dem Ministerpräsidenten und der Landesverbands-Spitze.

Danach hießen ab 1990 die Oldenburger Spitzen in Hannover Karl-Heinz Funke (SPD, Landwirtschaftsminister), Horst Milde (SPD, Landtagspräsident) und ab 2003 Lutz Stratmann (CDU, Wissenschaftsminister).