Hannover/Wolfsburg - In der Affäre um Stalking-Vorwürfe gegen den Inspektionsleiter der Polizei in Wolfsburg hat Innenminister Boris Pistorius (SPD) einen Bewusstseinswandel bei der Polizei gefordert. Er betonte am Donnerstag im niedersächsischen Landtag: „Der vorliegende Fall zeigt, dass wir noch lange nicht am Ziel sind; es sind Fehler gemacht und Entscheidungen getroffen worden, die so nicht hätten getroffen werden dürfen.“ Er fordere eine neue Offenheit, bei der Fehler eingestanden werden dürfen.

Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Leiter der Inspektion Wolfsburg-Helmstedt, Hans-Ulrich Podehl, bei denen es um ein Fehlverhalten Podehls gegenüber der damaligen Wolfsburger Kripo-Chefin Imke Krysta geht. Mittlerweile ist auch der Braunschweiger Polizeipräsident Michael Pientka unter Druck geraten, weil er zunächst auf disziplinarische Schritte verzichtet hatte.

Die FDP hatte wissen wollen, ob das Innenministerium an Pientka festhält. Pistorius stellte sich vor ihn. Niemand habe Einfluss genommen auf das Disziplinarverfahren, und niemand werde das tun.