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INTERVIEW EU-S Erneuerbare Energien stärker fördern

Von Gunars Reichenbachs

Frage:

Herr Giegold, Sie sind erst seit 2008 bei den Grünen. Wie grün ist der Attac-Gründer Deutschland mittlerweile?

Giegold:

Ich war schon immer dunkelgrün, weil ich aus der Umweltbewegung komme. Ich hatte keine Anpassungsschwierigkeiten. Mich freut, dass die Partei Positionen in der Friedens- und Sozialpolitik vertritt, für die ich schon lange streite.

Frage:

Und warum haben Sie sich erst so spät entschlossen, Parteimitglied zu werden?

Giegold:

Früher hatte ich eine große Distanz zu Parteien. Ich machte lieber Politik in sozialen Bewegungen. Die rot-grünen Jahre haben es einem auch nicht leicht gemacht, einzutreten. Außerdem vertrug sich meine Sprecherrolle bei Attac nicht mit einer Parteimitgliedschaft. Doch den Grundideen der Grünen war ich immer nahe.

Frage:

Hat der Grüne auch Öko-Aktien?

Giegold:

Nein, weil mein Geld in einer ökologischen Wohnungsgenossenschaft liegt – gut und krisensicher.

Frage:

Welche Note geben Sie dem deutschen Krisenmanagement bei den Finanz- und Wirtschaftsproblemen?

Giegold:

Mangelhaft! Die Bundesregierung läuft der Krise immer hinterher. Erst war’s nur eine amerikanische Krise, dann gab’s Widerstand gegen Konjunkturprogramme – die doch kamen –, dann sagte man Nein zu europäischen Konjunkturprogrammen – und schwenkte um. Unterm Strich: Deutschland hat es bis heute nicht geschafft, in eine verantwortliche Führungsrolle in Europa zu kommen.

Frage:

Was wäre besser?

Giegold:

Geld muss vor allem fließen für Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Bildung. Ich spreche von einem Investitionsprogramm mit Konjunktureffekt – zukunftsorientiert und schnell umsetzbar.

Frage:

Konkrete Beispiele?

Giegold:

Gebäudesanierung, neue Netze für Strom und Energien, Elektromobilität mit Batterieladestationen. Die Bundesregierung versenkt dagegen ein Drittel ihres Konjunkturprogramms in Steuer- und Abgabesenkungen, die keinerlei Zukunftswirkung haben. Das wirksamste Mittel wären ohnehin mehr Bildungsinvestition.

Frage:

Und der Strom für die Ladestationen kommt einfach aus der Steckdose....

Giegold:

Allein mit der Sonnenenergie lässt sich der weltweite Energiebedarf 3000 Mal decken. In Deutschland könnten wir bis 2050 eine hundertprozentige Energieversorgung aus erneuerbarer Energie garantieren. Wenn die Grünen die Macht hätten, dann wären die großen Wasserkraftwerke in Norwegen und den Alpen verbunden mit großen Solarinstallationen in Nordafrika sowie Windenergie an den Küsten, plus viele dezentrale Energieanlagen. Der Effekt: Zwei Millionen neue Arbeitsplätze in Europa.

Frage:

Was kostet der Spaß?

Giegold:

Das ist erstaunlich billig. Energieforscher sprechen hier langfristig von sechs Cent pro Kilowattstunde.
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