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INTERVIEW „Hinschmeißen gibt es bei mir nicht“

M. Carstens

M. Carstens

Der als Bundestagskandidat gescheiterte Politiker will von Rückzug nichts wissen. Nachfolger Holzenkamp sei „ein guter Bewerber“, so Carstens.

Von Hans Drunkenmölle

Frage:

Herr Carstens, Sie haben das Rennen um die Bundestagskandidatur im Wahlkreis Cloppenburg/Vechta überraschend deutlich verloren – wie sehr schmerzt diese Niederlage?

Carstens:

Ich habe in der politischen Arbeit viele Höhen und Tiefen erlebt und konnte diese Niederlage in den letzten Tagen klar absehen, so dass ich mich auch innerlich darauf einstellen konnte.

Frage:

Haben Sie nach jetzt 33 Jahren im Bundestag womöglich den richtigen Zeitpunkt für einen Rückzug von dieser politischen Ebene verpasst?

Carstens:

Ich hatte ja schon vor zwei Jahren erklärt, nicht wieder antreten zu wollen, wenn nicht die politische Lage sich völlig verändern sollte. Diese völlig veränderte politische Lage ist eingetreten, und in dieser schwierigen Phase wollte ich mich zur Verfügung stellen, ohne einen Anspruch darauf zu haben, gewählt zu werden.

Frage:

Kritiker werfen Ihnen vor, Sie hätten den Kontakt zur Parteibasis im Wahlkreis verloren und die Interessen des Oldenburger Landes nicht mehr mit dem notwendigen Druck vertreten – ziehen Sie sich diesen Schuh an?

Carstens:

Auf solche Aussagen möchte ich jetzt nicht antworten.

Frage:

Was waren aus regionaler Sicht die größten Erfolge Ihrer Amtszeit?

Carstens:

Oh je, das sollen bitte andere Leute bewerten.

Frage:

Was war die größte Enttäuschung in Ihrer Abgeordneten-Karriere?

Carstens:

Das war die Abwahl Helmut Kohls im Jahr 1998. Mich hat betroffen gemacht, dass das deutsche Volk in einer solchen Phase mit Mehrheit Rot/Grün gewählt hat. Ich habe schon damals gesagt, dass das daneben gehen wird – und so ist es jetzt auch gekommen.

Frage:

Ist das Ende Ihrer Abgeordneten-Zeit im Bundestag der Anfang eines völligen Rückzuges aus der Politik? Werden Sie das Amt des CDU-Landesverbandsvorsitzenden abgeben?

Carstens:

Hinschmeißen oder weglaufen gibt es bei mir überhaupt nicht – das sind Fremdworte. Ich bin als Landesverbandsvorsitzender im Februar für weitere zwei Jahre gewählt worden und werde dieses Amt mit aller Kraft und Nachhaltigkeit ausüben zum Nutzen des Oldenburger Landes.

Frage:

Welchen Rat geben Sie Ihrem Nachfolger Franz-Josef Holzenkamp mit auf den Weg?

Carstens:

Franz-Josef Holzenkamp ist ein guter Bewerber, der imstande sein wird, die Politik der CDU nachhaltig zu vertreten. Und ich werde ihn bei der Arbeit tatkräftig unterstützen. Meine Anregung ist, dass er deutlich macht, dass er die Gesamtbevölkerung vertreten will und alle Interessen gleich stark vertritt.
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