Portugal hat seine Anleihen im Wert von 1,25 Milliarden Euro besser als erwartet platziert. So weit, so gut. Weitere 20 Milliarden Euro Schulden kommen dieses Jahr noch hinzu. So weit, so schlecht. Das wird Gerüchte und Spekulationen weiter befeuern.

Und damit sind wir schon bei José Manuel Barroso, dem offenbar von allen guten Geistern verlassenen Chef der EU-Kommission. Gerade hatte Portugal also seine Anleihen platziert, da schlug der Portugiese vor, den Rettungsschirm noch weiter aufzuspannen, und sorgte für neue Unruhe. Er startete sein irritierendes Solo auf einer Pressekonferenz, wo er über die bessere Abstimmung innerhalb der EU reden wollte. Berlin und Paris reagierten pikiert.

Wie irrational indes das Zocker-Spektakel ist, das uns da gerade geboten wird, zeigt das Beispiel USA. Die Amerikaner haben auch in Relation zur eigenen Wirtschaftskraft viel höhere Schulden als Portugal oder Spanien. Aber das scheint an den Börsen kaum jemanden zu stören.

Das wiederum erlaubt den Schluss, dass die Finanzmärkte gar nicht in erster Linie einzelne Länder attackieren wollen, sondern die Euro-Zone als Ganzes. Es ist auch ein Test der politischen Stärke Europas. Da müsste also politisch gegengesteuert werden. Notwendig wären starke Signale, dass Europa sehr wohl mit einer Stimme zu sprechen vermag – mitunter ist aber nur ein dissonanter Chor zu hören, der gar nicht zusammen auftreten möchte.