Hannover/Lagos - Im Kampf gegen islamistische Gefährder hat das Land Niedersachsen erfolgreich die Abschiebung eines 22-jährigen Nigerianers in seine Heimat durchgesetzt. Der in Göttinger verhaftete Mann traf am Mittwoch in der nigerianischen Hauptstadt Lagos an Bord einer Charter-Maschine mit anderen abgeschobenen Landsleuten ein. Zuvor saß der Nigerianer in der Haftanstalt am Flughafen Hannover-Langenhagen ein. Die Göttinger Polizei hatte ihn am 9. Februar im Rahmen einer Großrazzia zusammen mit einem Gefährder aus Algerien festgenommen.

„Es bestand die Gefahr eines konkreten Terroranschlags“, erläutert Innenminister Boris Pistorius (SPD), der auch den Algerier schnell in dessen Heimat abschieben will. Noch fehlt die Bestätigung der algerischen Regierung, dass der Mann nicht in seiner Heimat gefoltert wird.

Mit den beiden Zwangsausweisung nach Paragraf 58 des Ausländerrechts betritt Niedersachsen Neuland. Bisher ist dieses Mittel noch nicht angewandt worden in Deutschland. Da jedoch beide Islamisten keinen deutschen Pass besitzen, billigte auch das Bundesverwaltungsgericht diese Maßnahme wegen einer anzunehmenden Terrorgefahr. Pistorius lässt jetzt alle weiteren Gefährder in Niedersachsen überprüfen.