JADE - Der Gemeinde droht ein weiterer Einschnitt in den ohnehin belasteten Haushalt: Die Wohnungsbau Wesermarsch war mit der Erschließung des Baugebiets Nr. 40 Raiffeisenstraße/Tiergartenstraße beauftragt und fordert dafür nun 67 714,17 Euro.

Im Haushalt sind aber nur 28 000 Euro eingeplant. „Diese Zahl ist nicht seriös“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnungsbau Wesermarsch, Hans-Joachim Beckmann (SPD), gleichzeitig Bürgermeister von Lemwerder. Er war von Jades Bürgermeister Henning Kaars (UGW) um Vermittlung gebeten worden, nachdem es zu Unstimmigkeiten gekommen war. Die Wohnungsbau hatte nämlich Mitte vergangenen Jahres eine erste – pauschalierte – Rechnung über 37 109,51 Euro ausgestellt.

Offenbar traute die Gemeindeverwaltung dieser Rechnung nicht und forderte eine aufgeschlüsselte an. Die fiel – wie gesagt – rund 28 500 Euro höher aus.

Aufsichtsratsvorsitzender Beckmann schlug deshalb vor, einen unabhängigen Gutachter zu bestellen. Damit waren angeblich sowohl Wohnungsbau-Geschäftsführer Michael Juhr als auch Bürgermeister Kaars einverstanden. Das Gutachten bestätigte dann die jüngste Rechnung der Wohnungsbau.

Wohnungsbauchef Juhr drängt nun auf die Zahlung. Er soll darüber verärgert sein, dass Kaars in der jüngsten, nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses keinen entsprechenden Beschluss herbei geführt hat. Gegenüber der NWZ äußerte sich Juhr nur knapp: „Es gibt da unterschiedliche Auffassungen, wir klären das.“ Deutlicher wurde Aufsichtsratsvorsitzender Beckmann: „Wenn man sich auf ein neutrales Gutachten einigt, muss man anschließend auch mit dem Ergebnis leben.“ Über die Zahlungsmodalitäten hätte man – mit Blick auf die Haushaltslage der Gemeinde – verhandeln können. Darum sei es aber nicht gegangen.

Bürgermeister Kaars weist den Vorwurf, er habe eine Entscheidung hinausgezögert, zurück. Er habe das Thema vorgetragen, damit sich die Fraktionen eine Meinung bilden können. Er werde dem Verwaltungsausschuss für die nächste Sitzung einen Beschlussvorschlag vorlegen.