JADE - In Jade gibt es manchmal nur einen Sachstand zu berichten. Bedeutet: Die Beschlusslage kann innerhalb kürzester Zeit schon ganz anders sein. So steht es in diesem Fall mit dem Standort des Rathauses. Der Planungs-, Bau- und Straßenausschuss unter Vorsitz von Peter Bäkermann (SPD) stimmte mehrheitlich dafür, einen Rathausneubau auf einem gemeindeeigenen Grundstück an der Kastanienallee in Jaderberg zu bauen.
Obwohl der Fachausschuss die Beschlüsse des Rates vorbereiten soll, kann von einer Vorentscheidung nicht die Rede sein: Die Beschlussempfehlung kam mit den Stimmen von Peter Bäkermann, seinem Genossen Michael Esken und Jürgen Barre (CDU) gegen die Stimmen von Werner Peters (UWG) und Rudolf Brook (FDP) zustande.
Für Verunsicherung der Kommunalpolitiker hatten neben den Äußerungen von Zuhörern, rund 20 Interessierte waren gekommen, auch ein Brief der Kommunalaufsicht gesorgt, der am Vortag bei der Gemeinde eingegangen war. Hatte die Kreisverwaltung zunächst signalisiert, dass sie einen schlichten Rathausneubau für eine Million Euro akzeptieren würde, so drückte Landrat Michael Höbrink nun noch stärker auf die Bremse: Der Verwaltungschef des ebenfalls hoch verschuldeten Landkreises legt den Jadern ans Herz, sich auf einen Teilneubau am alten Standort zu beschränken.
Auch einige Zuhörer, die zuvor zu Wort gekommen waren, ermahnten die Politiker zur Sparsamkeit. Vorgeschlagen wurden unter anderem eine notdürftige Sanierung am alten Standort oder ein Umzug in die zurzeit vom Abriss bedrohte alte Molkerei.
