JADE - Die Region müsse hinter der A 22 stehen, sagte der Wirtschaftsminister. Dann sei sie nicht mehr zu stoppen.

Von Hans Drunkenmölle

JADE - Für die wirtschaftliche Entwicklung und das große Mobilitätserfordernis in Niedersachsen sei die konsequente und zügige Realisierung der Küstenautobahn A 22 von Westerstede nach Glückstadt ein absolutes Muss. Dies hat Wirtschaftsminister Walter Hirche gestern in Jade (Landkreis Wesermarsch) betont. Aus diesem Grund müsse das Bauvorhaben sofort in die Prioritätenliste des Bundes aufgenommen werden – unabhängig davon, dass es im Verkehrswegeplan noch nicht als Projekt dringenden Bedarfs eingestuft worden sei, sagte der Minister bei einer Informationsveranstaltung des Förderverein Pro A 22.

Hirche geht allerdings nicht davon aus, das der Autobahnbau aus Mitteln eines Sonderprogramm der Bundesregierung finanziert wird. Er setzt vielmehr auf ein Finanzierungsmodell durch die Privatwirtschaft. Der Bau dürfe allerdings „nicht ausschließlich internationalen Unternehmen überlassen werden“, sagte der Minister, der für Arbeitsgemeinschaften unter Beteiligung niedersächsischer mittelständischer Firmen plädierte. Eine wichtige Voraussetzung für die Verwirklichung der A 22 sei deren Akzeptanz durch die Bevölkerung: „Wenn die Region hinter diesem Projekt steht, wird uns niemand aufhalten.“

Die Planer haben inzwischen vier Varianten mit einer Vielzahl denkbarer Möglichkeiten für eine Trasse entwickelt, aus denen bis Ende des Jahres eine Vorzugstrasse herauskristallisiert werden soll. Den Angaben zufolge sollen die Linienbstimmung im August 2008 und die technischen Entwürfe im Dezember 2010 abgeschlossen sein. Unter optimalen Voraussetzungen könne im Oktober 2013 die Baugenehmigung erteilt werden. Mit den Investitionen von voraussichtlich 844 Millionen Euro kann nach Berechnungen des Landes 3,5-facher Nutzen erzielt.