JADE - Der Jader Bürgermeister Henning Kaars setzt sich seit Jahren vehement dafür ein, dass der Bahnhaltepunkt in Jaderberg wieder eröffnet wird. Nun kommen ihm auch die Grünen aus der Wesermarsch zur Hilfe.
„Durch einen Haltepunkt in Jaderberg würden Bahn und Fahrgäste gewinnen“, sagt Hans-Joachim Janßen vom Ortsverband Stadtland-Jade von Bündnis 90/Die Grünen. Und die Gemeinde Jade würde dadurch als Wohnort attraktiver. Deshalb bringen die Grünen aus der Wesermarsch mit Hilfe ihrer Abgeordneten in Hannover das Thema jetzt in die politische Diskussion im Landtag ein.
Keine Diskussion vor Ort
Die Grünen-Abgeordneten Filiz Polat und Ina Korter haben eine so genannte „Kleine Anfrage“ gestellt, auf sie sie bis Ende der nächsten Woche eine Antwort der Landesregierung erwarten. Korter und Polat fragen beispielsweise, ob die Landesregierung das Vorgehen der (zuständigen) Landesnahverkehrsgesellschaft für „angemessen“ und „vertrauensbildend“ halte, wenn diese sich einer Diskussion vor Ort zwar nicht stelle, gleichzeitig aber „mit nicht nachvollziehbaren Argumenten das berechtigte Interesse der Gemeinde und der Bevölkerung an einem Bahnhaltepunkt zurückweist“.
Zudem wollen die beiden Abgeordneten wissen, ob die Landesregierung über die bisher in der Öffentlichkeit angeführten Gründe gegen die Wiedereröffnung des Bahnhaltepunktes weitere kenne, die dagegen sprechen würden. Wie berichtet, hat die Landesnahverkehrsgesellschaft bisher stets als Ablehnungsgrund angeführt, dass sich dadurch die Fahrtzeit zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven verlängere und es dadurch in Oldenburg zu verkürzten Umsteigezeiten kommen würde.
Zeitersparnis erwartet
„Das ist schlicht nicht zu verstehen“, sagt dazu jedoch Hans-Joachim Janßen aus Jade. Die Bahnstrecke zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg solle so ausgebaut werden, dass darauf mit Tempo 120 statt mit 100 Stundenkilometern gefahren werden kann. „Das spart drei Minuten Fahrtzeit – genauso viel, wie der Halt in Jaderberg die Fahrt verzögert“, rechnet Janßen vor. Bei einer (geplanten) Elektrifizierung komme eine weitere Zeitersparnis von zwei bis drei Minuten dazu, so Janßen weiter. „Die Argumentation der Landesnahverkehrsgesellschaft scheint an den Haaren herbeigezogen“, urteilt Hans-Joachim Janßen.
700 Fahrgäste pro Tag
Bereits im Januar, berichtet Janßen, habe die Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter (Nordenham) die Landesnahverkehrsgesellschaft zu einer Diskussion in der Gemeinde Jade eingeladen. Das sei jedoch von der Landesnahverkehrsgesellschaft abgelehnt worden. „Das Interesse der Bevölkerung an einem Bahnhaltepunkt ist weiterhin enorm“, begründet Korter nun den politischen Vorstoß. Dies zeige auch die aus dem Oktober 2009 stammende Potenzialabschätzung, in der eine Ein- und Ausstiegszahl von rund 700 Fahrgästen pro Tag errechnet wurde. Damit, so Korter weiter, sei das Nutzen-Kosten-Verhältnis der Wiedereröffnung „positiv“.
In ihrer Anfrage wollen Ina Korter und Filiz Polat daher auch wissen, welche Voraussetzungen nach Auffassung der Landesregierung gegeben sein müssen, um einen Haltepunkt einzurichten bzw. wie wieder zu eröffnen.
