Hannover/Göttingen - Rund 150 Jesiden und Unterstützer haben am Freitag vor dem türkischen Konsulat in Hannover gegen Luftangriffe des türkischen Militärs auf die Region Sinjar im Nordirak demonstriert. Die Angriffe müssten eingestellt werden, forderten sie nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker mit Sitz in Göttingen. Die Türkei geht mit Luftschlägen gegen Kurdenmilizen in Syrien und im Nordirak vor. Sie betrachtet die Angriffe als Teil ihres Kampfes gegen kurdische Extremisten.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker verfolge die Entwicklungen im Nordirak mit großer Sorge, sagte ihr Nahost-Referent Kamal Sido. Tausende von Menschen warteten dort nach den völkermordartigen Verbrechen der Terrormiliz Islamischer Staat an den kurdisch sprechenden Jesiden vor drei Jahren noch immer auf Hilfe. Andauernde Angriffe des IS, der Streit zwischen verschiedenen kurdischen Fraktionen sowie die militärische Einmischung der Türkei erschwerten die Stabilisierung der Region.