JEVER/WILHELMSHAVEN - Auf dem Fliegerhorst Upjever ist in wenigen Tagen aus dem Nichts ein Feldlager entstanden. Der Boden wurde ausgekoffert und mit Schotter aufgefüllt, Zelte mit eigenen Heizgebläsen bieten jeweils bis zu acht Soldaten Unterkunft. Spezialcontainer wurden zu einem autarken Sanitärgebäude mit Duschen und WC zusammengestellt. Sandsack-Wälle schützen vor feindlichem Beschuss.

Wenn die Bundeswehr in den Auslandseinsatz muss, würde der erste Stützpunkt überall auf der Welt wohl so ähnlich aussehen wie diese mobile Basis in Friesland. Sie wurde für eine Übung errichtet, an der am Donnerstag mehr als 800 Soldaten in Jever, Wilhelmshaven und Garlstedt teilnahmen. Trainiert wurde die Verlegung von deutschen Soldaten in ein Einsatzgebiet im Ausland.

Ziel der Übung im Rahmen des mehrmonatigen Manövers „Joint Logistics 08“ war es nach Angaben von Generalmajor Klaus-Peter Treche vom Streitkräfteunterstützungskommando in Köln, das Zusammenspiel von Basis- und Einsatzlogistik zu testen und die verschiedenen Truppenteile zusammenzubringen. Neben Logistikern der Luftwaffe, der Marine und des Heeres beobachteten auch mehr als 40 Generale und Admirale der Bundeswehr sowie hochrangige ausländische Militärs die Übung.

In Wilhelmshaven demonstrierten Soldaten u. a. die Betankung eines Tenders unter dem Schutz von Marinesicherungskräften und den Abtransport von Verwundeten.

Auf dem Fliegerhorst Upjever wurden neben dem Feldlager eine komplette mobile Operationsbasis der Luftwaffe mit Munitionslager, Flugzeugwerft und Flugabfertigung aufgebaut und.

In Garlstedt ging es um die „Zusammenführung von Mensch und Material“ nach dem See- und Lufttransport eines Panzer- und Artilleriezuges ins Einsatzgebiet.

Grundlage für das Manöver ist ein fiktiver militärischer Konflikt zweier Nachbarstaaten. Die internationalen Streitkräfte sollen u. a. ein Embargo zur See überwachen und durchsetzen und durch militärische Präsenz im Krisengebiet Kampfhandlungen verhindern.

Dieses Szenario hat viele Bezüge zur Realität: Die Bundeswehr ist vor der libanesischen Küste und in Afghanistan an solchen Einsätzen beteiligt.

„Wir brauchen nicht nur die Luftwaffe, um im Ausland ein Kampflugzeug in die Luft zu bringen, sondern Unterstützung aus allen Truppenteilen“, betonte Treche. Die Bundeswehr werde angesichts der neuen Anforderungen in der Sicherheitspolitik zudem immer abhängiger von nicht-militärischen Partnern. Es gelte also nicht nur, die Zusammenarbeit zu trainieren, sondern auch alte Mentalitäten zu überwinden.

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