Hamburg/Hannover - Die Juden in Niedersachsen haben mehr Engagement gegen Antisemitismus gefordert. Die Gesellschaft müsse sich deutlicher gegen Bewegungen wie „Pegida“ stellen, sagte der Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Michael Fürst, in einem Interview mit NDR Info am Freitag. Auch von den muslimischen Verbänden in Deutschland erwarte er, dass sie sich deutlicher von aggressiven Mitgliedern distanzieren.
Fürst betonte, dass die Situation für Juden in Deutschland grundsätzlich gut sei. Trotzdem wiederholte er die Mahnung des Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, in Stadtteilen mit hohem muslimischen Bevölkerungsanteilen besonders vorsichtig zu sein. Im vergangenen Jahr war die Zahl antisemitischer Übergriffe in Deutschland stark gestiegen. So gab es nach Angaben der Amadeu Antonio Stiftung einen Anstieg um 9,6 Prozent von 788 Übergriffen im Jahr 2013 auf 864 im Jahr 2014.
