Oldenburg - Die Oldenburger Justiz hilft mit, einen spektakulären Skandal um gekaufte Jura-Examen aufzuklären: Einem 48-jährigen Mitarbeiter im Justizprüfungsamt des Landes Niedersachsen werden Bestechlichkeit in einem besonders schweren Fall, Verletzung des Dienstgeheimnisses und versuchte Nötigung vorgeworfen. Er soll an Examenskandidaten Klausurthemen und Lösungen dazu verkauft haben.

Rund 200 Sonderprüfer untersuchen deswegen nachträglich die Abschlüsse von 2000 Juristen. Bislang sind laut Alexander Wiemerslage, Sprecher des Justizministeriums, die Prüfungen von 1900 Absolventen abgeschlossen. 36 Sonderprüfer kommen aus dem Bereich des Oberlandesgerichts Oldenburg (OLG). Staatsanwälte und Richter von Amts- und Landgerichten und dem OLG sowie sechs Verwaltungsrichter studieren seit dem 16. Juni die Klausuren von ihren Arbeitsplätzen aus. Die Arbeiten wurden ihnen zugeschickt, sie sind anonymisiert. So ist sichergestellt, dass sie nicht wissen, wer die Autoren sind.

„Die Sonderprüfer im Bezirk des OLG Oldenburg waren für die Überprüfung der Klausuren von 130 Prüflingen zuständig. Das heißt, sie haben etwa 1040 Klausuren überprüft“, so Alexander Wiemerslage gegenüber der NWZ .

In 15 der bisher 1900 geprüften Fälle bestehe der Verdacht, dass Prüfungsleistungen auf unredliche Weise erzielt worden seien. In diesen Fällen sollen Verfahren zur Aberkennung des zweiten Staatsexamens eingeleitet werden. In mehr als 99 Prozent der überprüften Fälle hätten keine Anhaltspunkte für Täuschungshandlungen festgestellt werden können.

Der 48-Jährige war im März in Italien festgenommen und später an Deutschland ausgeliefert worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Mit einem europäischen Haftbefehl gesucht, war der Jurist in einem Mailänder Hotel aufgespürt worden. Er soll bei seiner Festnahme 30 000 Euro und eine geladene Pistole mit sich geführt haben. Ab 17. Dezember muss er sich vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Es sind sind 50 Verhandlungstage angesetzt.

Oldenburg - Die Oldenburger Justiz hilft mit, einen spektakulären Skandal um gekaufte Jura-Examen aufzuklären: Einem 48-jährigen Mitarbeiter im Justizprüfungsamt des Landes Niedersachsen werden Bestechlichkeit in einem besonders schweren Fall, Verletzung des Dienstgeheimnisses und versuchte Nötigung vorgeworfen. Er soll an Examenskandidaten Klausurthemen und Lösungen dazu verkauft haben.

Rund 200 Sonderprüfer untersuchen deswegen nachträglich die Abschlüsse von 2000 Juristen. Bislang sind laut Alexander Wiemerslage, Sprecher des Justizministeriums, die Prüfungen von 1900 Absolventen abgeschlossen. 36 Sonderprüfer kommen aus dem Bereich des Oberlandesgerichts Oldenburg (OLG). Staatsanwälte und Richter von Amts- und Landgerichten und dem OLG sowie sechs Verwaltungsrichter studieren seit dem 16. Juni die Klausuren von ihren Arbeitsplätzen aus. Die Arbeiten wurden ihnen zugeschickt, sie sind anonymisiert. So ist sichergestellt, dass sie nicht wissen, wer die Autoren sind.

„Die Sonderprüfer im Bezirk des OLG Oldenburg waren für die Überprüfung der Klausuren von 130 Prüflingen zuständig. Das heißt, sie haben etwa 1040 Klausuren überprüft“, so Alexander Wiemerslage gegenüber der NWZ .

Hintergrund: Verkaufte Richter Examensfragen vorab?, NWZ, 2. April 2014

In 15 der bisher 1900 geprüften Fälle bestehe der Verdacht, dass Prüfungsleistungen auf unredliche Weise erzielt worden seien. In diesen Fällen sollen Verfahren zur Aberkennung des zweiten Staatsexamens eingeleitet werden. In mehr als 99 Prozent der überprüften Fälle hätten keine Anhaltspunkte für Täuschungshandlungen festgestellt werden können.

Der 48-Jährige war im März in Italien festgenommen und später an Deutschland ausgeliefert worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Mit einem europäischen Haftbefehl gesucht, war der Jurist in einem Mailänder Hotel aufgespürt worden. Er soll bei seiner Festnahme 30 000 Euro und eine geladene Pistole mit sich geführt haben. Ab 17. Dezember muss er sich vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Es sind sind 50 Verhandlungstage angesetzt.