Hannover - Im Fernsehstudio brummt es wie in einem Bienenkorb. Dutzende Menschen wuseln durch die Gänge. Die Spitzenkandidaten treffen bereits eineinhalb Stunden vor dem ersten und einzigen TV-Duell beim NDR ein. Ministerpräsident David McAllister (CDU) und sein SPD-Herausforderer Stephan Weil geben sich beide betont locker. Maske, Beleuchtungsprobe, Interviews, dann geht es pünktlich um 21 Uhr los. In Hannover beginnen in diesem Moment zahlreiche Duell-Partys. Parteien, Fraktionen und andere haben eingeladen.

Moderator Andreas Cichowicz geht sofort in die Vollen und piekst die Kandidaten mit heiklen Namen. Christian Wulff heißt das Stichwort für McAllister. Er habe keinen Kontakt mehr, sagt der Ministerpräsident. „Die Menschen sind mit dem Thema durch.“ Dann bekommt Weil sein „Päckchen“: Peer Steinbrück. Das sei ein bundespolitisches Thema, wehrt der Herausforderer ab, „Steinbrück spielt im Landtagswahlkampf keine Rolle.“ Beide umschiffen die erste Klippe souverän.

Beim anschließenden Hinweis des Moderators auf die jüngsten Umfragewerte hört man von den Kandidaten die üblichen Floskeln. McAllister spricht von Rückenwind und Aufholen, Weil von Wechselstimmung.

Beide bekennen sich zu den erwarteten Koalitionspartnern. McAllister erteilt Schwarz/Grün eine Absage, Weil eiert bei der Frage nach einem möglichen Bündnis mit der Linkspartei etwas herum. Der Amtsinhaber packt die Chance beim Schopfe. „Von uns gibt es da klare Kante“, ruft er laut. Weil schließe eine Koalition nicht aus. Das sei „verräterisch“.

Dann kommen die Sachfragen. Bei der Bildung geraten die beiden Kandidaten heftig in die Wolle. Weil kündigt die Abschaffung der Studiengebühren an, McAllister will sie beibehalten. „Finger weg vom Gymnasium“, droht der Ministerpräsident plötzlich, als es um Schulreformen geht. „Sonst kriegen Sie es mit mir zu tun.“ Der Herausforderer kontert mit dem Vorwurf, die Regierung „diskriminiere die Gesamtschulen“ und liege beim Betreuungsgeld total daneben.

Beim Thema Wirtschaft wird vor allem um die insolventen Nordseewerke gestritten. Auch bei Atom, Verkehr und Finanzen diskutieren die Kandidaten munter. Es wird zu keiner Minute langweilig. Mit rund 20 Minuten reden beide fast gleich lang.