Wilhelmshaven/Oldenburg - Drei Wochen nach Anklageerhebung gegen den ehemaligen Wilhelmshavener Polizeichef Hans-Henning von Dincklage steht fest, dass es in diesem Jahr nicht mehr zu einer Gerichtsverhandlung gegen den Leitenden Kriminaldirektor kommen wird.

Ein Sprecher des Landgerichts Oldenburg erklärte, dass die zuständige Wirtschaftsstrafkammer des Gerichts aus Zeitgründen nicht dazu in der Lage sei, noch in diesem Jahr einen möglichen Prozess gegen von Dincklage zu beginnen. Auch über die Frage, ob die Anklage wegen Untreue angenommen und das Gerichtsverfahren eröffnet wird, kann derzeit nach Gerichtsauskunft noch nicht entschieden werden.

Der Ex-Leiter der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in 90 Fällen seinen Dienstwagen samt Fahrer unrechtmäßig genutzt haben. Allein in 77 Fällen habe er sich morgens aus Oldenburg von einem Fahrer abholen und abends wieder zurückbringen lassen. Dies wertet die Staatsanwaltschaft als Untreue in besonders schwerem Fall.

Von Dincklage weist alle Vorwürfe zurück. Bei der Nutzung des Dienstwagens habe er sich an das geltende Recht gehalten.

Jürgen Westerhoff