Oldenburg - Nach dem großen Erfolg bei der Landtagswahl im Januar gehen die niedersächsischen Grünen mit viel Optimismus in die Bundestagswahl. Beim Landesparteitag Freitagabend und an diesem Sonnabend stellen sie die personellen Weichen für den Bundestag, indem sie ihre Kandidatenliste aufstellen. Die Zahl der niedersächsischen Abgeordneten im Bund von derzeit sieben soll auf jeden Fall erhöht werden.

Für Platz eins der Landesliste gab es zwei Bewerberinnen: In einer Kampfabstimmung setzte sich dabei die Bundestagsabgeordnete Katja Keul (Nienburg) deutlich gegen Kollegin Brigitte Pothmer (Hildesheim) mit 113 zu 54 Stimmen durch. Die 43-jährige Juristin Keul, Mitglied im Verteidigungsausschuss, im Kundus-Untersuchungsausschuss und parlamentarische Geschäftsführerin ihrer Fraktion im Bundestag, überzeugte die Delegierten mit Forderungen nach Erhöhung des Spitzensteuersatzes, Einführung einer Vermögenssteuer und eines gesetzlichen Mindestlohnes.

Platz zwei der Landesliste belegte unangefochten Jürgen Trittin (Göttingen). Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion (157 Stimmen) hatte keinen Gegenkandidaten. Gleiches galt für Julia Verlinden (Lüneburg), die zum ersten Mal für den Bundestag kandidieren wird, auf Listenplatz drei.

Für Platz vier der Landesliste wurde Sven-Christian Kindler (Hannover) gewählt. Brigitte Pothmer sicherte sich dann schließlich Platz fünf mit 128 Stimmen. Bei Platz 6 der Liste galt Peter Meiwald aus Westerstede als gesetzt, hatte aber überraschend in Lars Willen (Oldenburg) einen Gegenkandidaten. Meiwald siegte mit 155 Stimmen.

Um Rang sieben streiten heute Dorothea Steiner (Osnabrück) und Viola von Cramon (Goslar). Einziger Kandidat für Platz acht ist Thilo Hoppe (Aurich). Insgesamt werden 15 Kandidaten für die Liste aufgestellt.

Die Spitzenkandidatin der Grünen im Bund für die Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, hatte vor den Wahlen am Freitagabend die niedersächsischen Grünen auf den Bundestagswahlkampf eingeschworen. Nach zwölf verlorenen Landtagswahlen für Schwarz/Gelb in Folge seien es noch 198 Tage bis zur Ablösung der Bundesregierung, sagte sie. „Die CDU ist der schwarze Block gegen die Modernisierung unserer Gesellschaft“, rief sie den Delegierten zu. Es werde aber ein anstrengender Wahlkampf bis zum 22. September.