Hannover - Die finanzielle Hilfe für ungewollt kinderlose Paare sind stark nachgefragt. Seit Einführung der Unterstützung am Jahresbeginn seien bereits mehr als 1100 Anträge eingegangen, teilte das niedersächsische Familienministerium in Hannover mit. Derzeit übernehmen die Krankenkassen bei den ersten drei Versuchen der künstlichen Befruchtung 50 Prozent der Kosten.
Die andere Hälfte müssen die Betroffenen eigentlich selbst finanzieren, seit Januar tragen aber Bund und Land gemeinsam bis zu 50 Prozent des Eigenanteils. Bisher wurden laut Ministerium 937 Anträge bewilligt, die Paare erhielten insgesamt knapp 797 000 Euro Landes- und Bundesmittel.
Jedes zehnte Paar im Alter zwischen 25 und 59 Jahren ist ungewollt kinderlos. Familienministerin Cornelia Rundt (SPD) sagte in Hannover: „Wenn wir die Paare finanziell entlasten, nimmt die Zahl der Befruchtungen zu, mehr Kinder werden geboren.“ Aus diesem Grund sei Niedersachsen dem Bundesprogramm zur Unterstützung von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch beigetreten. Das Land stellt dafür jährlich rund 1,7 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Kosten für die künstliche Befruchtung belaufen sich pro Versuch auf 6000 bis 8000 Euro. Die Hälfte zahlen die Krankenkassen, maximal 1600 Euro Bund und Land. Auch ein vierter Versuch, den die Kassen nicht mehr finanzieren, wird von Bund und Land gefördert.
Die Hilfe beantragen können verheiratete Paare, die in Niedersachsen leben und sich in einem der niedersächsischen Kinderwunsch-Zentren behandeln lassen. Die Frau muss zwischen 25 und 40, der Mann zwischen 25 und 50 Jahre alt sein. Bei der Vorstellung des neuen Programmes Ende des vergangenen Jahres war das Land von etwa 3500 Anträgen jährlich ausgegangen.
