Hannover - Eltern in Niedersachsen müssen sich ab Freitag auf Streiks in Kindertagesstätten einstellen. Beim niedersächsischen Ableger der Kommunalgewerkschaft Komba, die zum dbb gehört, stimmten 92,8 Prozent der Mitglieder für einen Arbeitskampf, teilten die Arbeitnehmervertreter am Dienstag mit. Geplant ist ein zweiwöchiger Blockstreik ab Freitag. Zu den betroffenen Kommunen gehören demnach Peine, Braunschweig, Friesland, Göttingen, die Region Hannover, Lüneburg, Verden, und Rotenburg/Wümme.
Das notwendige bundesweite Abstimmungsergebnis der drei beteiligten Gewerkschaften „Verdi“, GEW und dbb steht noch aus, es wird Mitte der Woche erwartet. Die nötigen 75 Prozent der Stimmen dürften aber zusammenkommen. Wie viele Kinder von dem Streik in Niedersachsen betroffen sein werden, ist laut Komba-Sprecher Oliver Haupt unklar. „Quantifizieren lässt sich das nicht.“ Eltern müssten aber „mit massiven Einschränkungen rechnen“. In Peine würden zehn Einrichtungen bestreikt, in Hannover seien rund 30 Kitas zumindest zeitweise betroffen.
In der Landeshauptstadt soll es in Absprache mit „Verdi“ 370 Notfallplätze geben, teilte die Stadt mit. Dies entspreche rund 10 Prozent der 3681 Betreuungsplätze in den 40 städtischen Kindertagesstätten.
Die Gewerkschaften hatten nach fünf Runden die Tarifverhandlungen für die bundesweit 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter in kommunalen Einrichtungen für gescheitert erklärt. „Verdi“, GEW und dbb fordern eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe unter anderem durch eine höhere Eingruppierung. Die Arbeitgeber halten das für nicht bezahlbar.
